NIEMALSALLEIN

Die "Alte Dame" mit neuer Reife

Hertha BSC empfängt Hannover 96 (Anpfiff 13 Uhr) nach einer Woche zwischen Befreiung und Belastung: dem souveränen 3:0 in Elversberg folgte ein kräftezehrender Pokalfight über 120 Minuten. Die Berliner wirken jedoch gefestigt und defensiv enorm stabil – und im eigenen Stadion besonders schwer zu knacken.

Stefan Leitl (links) und Fabian Reese (rechts).
Fabian Reese (rechts) ist Kapitän und prägende Figur im System des ehemaligen 96-Coachs Stefan Leitl. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Aktuelle Form
Der Saisonverlauf der Hertha lässt sich weniger an einzelnen Ergebnissen, als an einer stetigen Entwicklung ablesen. Nach einem extrem holprigen Start – der erste Sieg gelang erst am 5. Spieltag, ausgerechnet mit 3:0 in Hannover – hat sich die "Alte Dame"  in die Rolle eines stabilen Verfolgers gespielt. Die Mannschaft des ehemaligen 96-Coach Stefan Leitl gehört zu den defensiv stärksten Teams der Liga. Nur 20 Gegentore bedeuten ligaweit den zweitbesten Wert. Grund dafür sind eine klare Ordnung gegen den Ball und ein Torhüter, der in dieser Saison herausragt: Tjark Ernst, der in jedem zweiten Spiel ohne Gegentor bleibt.

Sowohl der Dezember als auch der Januar der Hertha waren geprägt von fünf Unentschieden in Folge. Mangelnde Chancenverwertung war oft der Grund, dass es der "Alten Dame" nicht gelang, dreifach zu punkten. Das Team von Coach Leitl ist eine seltene Mischung aus einer Top‑Defensive und einer Offensivabteilung, die in  der oberen Tabellenhälfte zu den ungefährlichsten gehört. Dass die Berliner trotzdem in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen stehen, hat viel mit der Art zu tun, wie sich das Team in den vergangenen Wochen verändert hat.

Im neuen Jahr wirkt die Hertha gereifter und zielstrebiger. Der 3:0‑Sieg in Elversberg war dafür sinnbildlich: Die Berliner mussten lange Phasen "leiden", wie Toni Leistner es formulierte, verteidigten kompakt, setzten auf Umschaltmomente – und brachten eine Auswärtspartie gegen das heimstärkste Team der Liga mit brutaler Effizienz nach Hause. 

Unter der Woche lieferte die Hertha gegen den SC Freiburg über 120 Minuten einem Bundesliga‑Team einen offenen Schlagabtausch, glich in der Verlängerung spät aus und schied erst im Elfmeterschießen aus. Kapitän Fabian Reese formulierte anschließend, dass dieses Spiel "die Benchmark" dafür sei, wie sie in den kommenden Wochen auftreten wollen.

Zentrale Figuren
Das Herzstück dieser Hertha‑Mannschaft trägt weiterhin den Namen Fabian Reese. Der Kapitän ist nicht nur statistisch der prägende Offensivspieler – mit neun Vorlagen führt er die gesamte Liga an –, sondern vor allem emotionaler Taktgeber. Reese geht voran und erzeugt mit seinem Zug zum Tor eine Wucht, die Hertha in Phasen fehlender Dominanz dringend braucht. Besonders in einer Saison, die zwischen Anspruch und Realität pendelte, ist er ein Fixpunkt, an dem sich die Mannschaft orientiert.

Die Grundlage des starken Defensivverbunds des Berliner Spiels liegt fängt im Tor an: Tjark Ernst spielt eine herausragende Saison. Zehn Spiele ohne Gegentor in 20 Einsätzen und der beste Notenschnitt der Liga laut kicker. Ernst hält die Hertha in engen Spielen im Rennen und gibt der Mannschaft die Grundlage, die es erlaubt, auch mit minimalistischen Offensivmitteln Punkte zu holen.

Bilanz der letzten drei Spiele

  • 2:2‑Unentschieden gegen SV Darmstadt 98 – 2. Bundesliga
  • 0:2‑Niederlage im Elfmeterschießen gegen SC Freiburg – DFB-Pokal
  • 3:0‑Sieg bei SV Elversberg – 2. Bundesliga

Team

  • Trainer: Stefan Leitl
  • Kapitän: Fabian Reese
  • Bester Torjäger: Luca Schuler (6 Tore)
  • Bester Vorlagengeber: Fabian Reese (9 Assists – Ligabestwert)
  • Schnellster Spieler: Marten Winkler (35,53 km/h)
  • Topspieler laut kicker: Tjark Ernst (Ø‑Note 2,53 – Ligabestwert)
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