NIEMALSALLEIN

96-Trainer Dieter Hecking nimmt den Druck von Forssell und warnt vor kämpferischen Bochumern.

 

Vorsicht vor Vahid Hashemian! Der hat mit einem Kopfballtor zum 3:2 das Heimspiel des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gegen den VfL Bochum in der vergangenen Saison entschieden. Setzt der Iraner morgen in der AWD-Arena (Anpfiff um 20.30 Uhr) wieder den entscheidenden Treffer, wäre das eine kleine Katastrophe für die „Roten“. Denn Hashemian spielt inzwischen wieder für das Gästeteam, von dem er (mit einem Umweg über Bayern München) zu den „Roten“ gekommen war. Und der VfL würde mit einem Sieg 96 überholen.

An der Bedeutung der Partie für die Gastgeber, die rund 32 000 Zuschauer erwarten, lässt 96-Trainer Dieter Hecking denn auch kein Zweifel zu: „Wir konnten bislang auswärts nicht wie erhofft punkten und stehen deshalb zu Hause unter großem Druck. Wir müssen nicht nur ein weiteres gutes Heimspiel zeigen, sondern auch ein erfolgreiches.“ Gelingt das, kommt Hannover 96 in der Bundesligatabelle dennoch kaum voran. Gerade um einen Platz auf den 12. Rang könnten die „Roten“ klettern. Allerdings blieben wenigstens die Verfolger auf Distanz – so wie etwa die Bochumer. „Die haben eine ähnliche Situation wie wir“, analysierte Hecking gestern. „Sie haben ihren besten Kader aller Zeiten. Aber wegen vieler Verletzungen und Sperren sind sie auch noch nicht so richtig in Fahrt gekommen.“ Indessen erwarten die 96er nicht, dass sich die Gäste im typischen Stile eines Tabellen-Kellerkindes hinten reinstellen und nur auf Konter lauern. „Ich habe das Team zuletzt gegen Borussia Dortmund gesehen. Nach den Eindrücken erwarte ich, dass die Bochumer uns früh stören, die Räume eng machen und vor dem Tor gefährlich werden.“

Früh zu stören und die Gastgeber schon in deren Spielhälfte anzugreifen – das hat zuletzt 1899 Hoffenheim in Hannover sehr wirkungsvoll vorgemacht, und die „Roten“ haben sich so gehörig aus der Ruhe bringen lassen. Die Tabelle zeigt aber den klaren Unterschied zwischen dem Überraschungsteam von Trainer Ralf Rangnick und Bochum: Der VfL ist trotz seiner Stärken im kämpferischen Bereich in der Defensive verwundbar. Der VfL hat überhaupt erst einen Heimsieg in der Spielzeit geschafft, auswärts ist er beinahe so schwach wie 96: dreimal Remis, dreimal verloren.

Während 96 neben den Langzeitverletzten auch Altin Lala (Bandscheibenvorfall) und Vinicius (Muskelprobleme) sowie die gesperrten Jiri Stajner und Hanno Balitsch ersetzen muss, hat die hannoversche Offensive alle Chancen, erneut so zu glänzen wie beim 3:0 gegen den Hamburger SV. Dass Mittelstürmer Mikael Forssell bislang erst einmal im heimischen Stadion (ein Strafstoß beim 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach) traf, kreidet ihm der Trainer nicht an: „Ich drohe ihm doch jetzt nicht mit der Tribüne, sondern nehme ihm den Druck, unbedingt ein Tor machen zu müssen“, erklärte Hecking. „Er war an sechs von unseren 14 Treffern beteiligt. Das zeigt, wie wichtig er für uns ist.“

Von Volker Wiedersheim

 

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