Unterschiedliche Spielertypen - mit Schnittmenge
Der damalige Offensivkünstler stand am 19. Spieltag bei 13 Treffern und führte die Roten mit seiner Genialität durch die Zweitligasaison 2001/02. Auf den ersten Blick gibt es nicht viel, was die beiden Goalgetter Simak und Källman vereint. Der eine ein feingeistiger Spielmacher, der andere ein robuster, eiskalter Stürmer.
Während Simak es damals mit Unterhaching, Babelsberg oder Reutlingen zu tun hatte, heißen die Herausforderungen für Källman heute Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC oder der FC Schalke 04. Der Fußball und die Liga haben sich verändert, doch eines verbindet beide Generationen von Torjägern: eine ausgeprägte Gier auf Tore.
Hier hat Källman hat leicht die Nase vorn
Spricht man heute in Hannover über Jan Simak, schwärmen viele noch immer von einem der talentiertesten Fußballer, die je das 96‑Trikot getragen haben. Sein Einfluss in der Saison 2001/02 war enorm. Am Ende stand der Tscheche bei 18 Saisontoren und führte die Roten zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Seine Torquote damals: ein Treffer alle 128 Minuten.
Benjamin Källman trifft aktuell alle 101 Minuten – und ist damit sogar effizienter unterwegs als Simak in seiner erfolgreichsten Saison. "Ich wusste das nicht. Aber es fühlt sich gut an, etwas geschafft zu haben, das so weit in der Vergangenheit liegt", gibt der Finne zu der Parallele preis. Und weiter: "Es fühlt sich besonders an. Und es gibt mir Selbstvertrauen."
Fragt man 96‑Fans, welcher der bisherigen elf Saisontreffer besonders in Erinnerung geblieben ist, fällt die Antwort leicht: Mit seinem Derby‑Doppelpack stellte der Finne gegen Eintracht Braunschweig schon in der ersten Halbzeit die Weichen auf Sieg (32., 36.). Schon jetzt ikonisch: Nach Källmans Toren feiern er und Teamkollege Virgil Ghita regelmäßig mit dem Pinguin‑Tanz — einem Jubel, den beide schon zu ihrer gemeinsamen Zeit in der polnischen Ekstraklasa pflegten.
Milovanovic übertrifft Källman und Simak
Vor Simak war es übrigens Vladan Milovanovic, der einen noch besseren Zwischenstand erreichte. In den Spielzeiten 1996/97 und 1997/98 traf der serbische Stürmer jeweils 16‑mal nach 19 Spieltagen. Hannover 96 spielte damals allerdings in der Regionalliga Nord, die zu jener Zeit die dritthöchste Spielklasse und damit der direkte Unterbau der heutigen 2. Bundesliga war.
Milovanovic erzielte in seiner besten Saison 27 Treffer, Simak kam in seiner stärksten Spielzeit auf 18 Tore. Wie oft der Pinguin in der Rückrunde noch über den Rasen tanzt, werden die kommenden Wochen zeigen.
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