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"Wir denken, dass wir für die Dinge arbeiten müssen"

Mit Stefan Teitur Thordarson hat Hannover 96 einen 27-jährigen isländischen Nationalspieler für das Zentrum verpflichtet – einen, der Erfahrung aus internationalen Ligen mitbringt und dessen Profil "Ruhe am Ball und gutes Stellungsspiel gegen den Ball" verbindet, wie Cheftrainer Christian Titz betont. Unter der Woche sprach Thordarson über seine Mentalität, seinen Start in Hannover und warum ihm der Fußball, den 96 spielt, liegt.

/ Profis
Thordarson im Training mit Gummizug.
Arbeitet hart für das Debüt: Stefan Teitur Thordarson. (Foto: 96/Redaktion)

"Kein Problem, ich arbeite hart und tue alles fürs Team"
Thordarson ordnete die isländische Sportkultur als wesentlichen Teil seiner eigenen Prägung ein: Man sehe sich "nicht als kleines Sportland", vielmehr habe es "etwas mit Mentalität zu tun". In Island gelte: "Wir denken, dass wir für die Dinge arbeiten müssen, die wir erreichen wollen."

Aus dieser Haltung wachse eine Selbstverständlichkeit, sich alles zu erarbeiten – denn man müsse "hart arbeiten, um die Chance zu bekommen". Und wenn sie da sei, dann wird sie genutzt. Unabhängig vom jeweiligen Spieler gelte: "Egal, mit wem du in Island sprichst – das Erste, was sie sagen werden: Kein Problem, ich arbeite hart und tue alles fürs Team."

Ankommen in Hannover: Familie, Sprache, Alltag
Der Start in Hannover war für Thordarson von persönlichen Umständen begleitet. Sein Sohn ist erst zwei Wochen alt. "Wenn ein Kind in England geboren wird, muss man es innerhalb weniger Tage registrieren – und dafür müssen beide Elternteile vor Ort sein" erklärte der Mittelfeldspieler. Seine Familie ist derzeit noch in Großbritannien: "Wir hoffen, dass es in zwei Wochen klappt", gibt der frischgebackene Familienvater preis.

Dass es hart sei, einen so jungen Sohn zurückzulassen, verhehlt er nicht – gleichzeitig überwiege die Dankbarkeit: "Er ist sehr gesund, die Mama auch. Darüber sind wir glücklich. Wir facetimen jeden Tag."

Auch sprachlich will Thordarson schnell ankommen. Aktuell fühle er sich im Englischen sicherer, wolle aber zügig umstellen: "Ich werde wöchentlich Deutschstunden nehmen und die Sprache so schnell wie möglich lernen. Das gehört dazu."

Spielidee und Rolle: "Der deutsche Fußball passt zu mir"
Sportlich sieht der Isländer viele Parallelen zwischen seinem Profil und dem Ansatz von Hannover 96. "Der deutsche Fußball passt zu mir", sagte Thordarson. Er möge, "wie unser Trainer spielen lässt – viel Ballbesitz und hohe Intensität". Das erinnere ihn an seine Zeit in Dänemark, weshalb er überzeugt ist, sich nicht lange daran gewöhnen zu müssen.

Trotz seines Alters von 27 Jahren bringe er "viele Spiele in den Beinen" mit – und genau diese Erfahrung wolle er einbringen: "Mein Ziel ist es, mich so schnell wie möglich zu integrieren. Ich möchte dem Team helfen, Einfluss nehmen und auch mit vorangehen."

Cheftrainer Christian Titz sieht in Thordarson genau diese Aspekte bestätigt. Man erwarte von Neuzugängen grundsätzlich, "dass sie uns besser machen – in verschiedenen Facetten". Der Isländer bringe "eine gewisse Ruhe am Ball" mit und verfüge über "ein gutes Stellungsspiel in der Positionierung gegen den Ball". In der bisherigen Trainingswoche habe er sich sehr gut eingefügt, zudem sei erkennbar, "dass ihm jede Trainingseinheit gutgetan hat".

Blick auf Kaiserslautern: bereit – aber Schritt für Schritt
Mit Blick auf das Auswärtsspiel am Sonntag auf dem Betzenberg formulierte Thordarson sachlichen Ehrgeiz: "Ich bin soweit fit. Wenn der Trainer mit mir plant, bin ich bereit."

Titz blieb in der Frage bewusst offen: Ob einer der Neuzugänge eine Startelfchance hat, "kann und will ich noch nicht beantworten." Klar ist jedoch, dass die Trainingswoche eine zentrale Rolle spielt – und dass es darum geht, den Neuzugang so einzubinden, dass er dem Mannschaftsgefüge unmittelbar hilft.

Warum Hannover – und warum jetzt?
Der Zeitpunkt für den Wechsel sei für Thordarson passend gewesen. Als Hannovers Interesse konkreter wurde, habe er sich "wirklich gefreut". Wichtig sei für ihn gewesen, Teil einer klaren Idee zu werden – eines Projekts, bei dem er sportlich wie menschlich Verantwortung übernehmen kann.

Die ersten Eindrücke – bei Spaziergängen durch die Stadt ebenso wie beim Neujahrsempfang der Sponsoren des Klubs – haben diesen Eindruck bestätigt.
lk

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