Nachwuchs

Die U23 gewinnt, die U19 verliert

Endlich hat es für die U23 mit dem ersten Auswärtsdreier im Jahre 2012 geklappt! Die Elf von Valérien Ismaël schlug den VfB Lübeck mit 2:1, ein Eigentor von Marheineke sorgte in der 87. Minute für den Siegtreffer der Roten. Die U19 hingegen musste sich auswärts bei Energie Cottbus nach zuletzt drei Siegen in Folge mit 0:2 geschlagen geben.

Fuchs legt den Grundstein für den ersten Auswärtssieg
Die U23 hat im Jahr 2012 schon viele gute Spiele gemacht, auch auf fremden Plätzen, doch in den vergangenen vier Monaten sprang dabei nie mehr als ein Punkt heraus. Kurz vor dem Ende der Regionalliga-Saison hat die Bundesliga-Reserve von Hannover 96 dem Auswärtsfluch aber endlich ein Ende setzen können. 

Am vergangenen Sonnabend schlug die Mannschaft von Trainer Valérien Ismaël den VfB Lübeck mit 2:1 (1:0) und verteidigte mit diesem Erfolg den vierten Tabellenplatz erfolgreich. Es war ein Sieg, den sich die Roten hart erarbeitet haben und bei dem auch das Glück des Tüchtigen ein wenig mithelfen musste. Doch der Reihe nach.

Die Mannschaft aus Lübeck, die durch die Niederlage auf den 16. Platz abrutschte, begann munter. Doch weil 96 gut arbeitete, konnte der VfB der anfänglichen Überlegenheit nicht durch Großchancen oder gar Tore Ausdruck verleihen. Die jungen Roten hingegen überzeugten durch die zuletzt oft schmerzliche vermisste Effektivität. Die erste Möglichkeit zur Führung nutzte Kapitän Lars Fuchs unter Mithilfe des gegnerischen Torwarts aus, als er mit Wucht aus spitzen Winkel aufs kurze Eck schoss; Toboll konnte den Ball nicht festhalten. (24.) 

Elfmeter für Lübeck - Radlinger pariert
Oft wird ein Spiel durch einen Treffer beflügelt, im Stadion an der Lohmühle bekamen die 1041 Zuschauer bis kurz vor der Pause allerdings keine weiteren spannenden Strafraumszenen zu bestaunen, bis es in der 45. Minute plötzlich doch noch richtig interessant wurde. Nach einem Foul von Gökdemir an Vallianos entschied der Referee auf Strafstoß, Lübecks Stürmer Deniz Kadah marschierte zum Punkt. 

Dass es 96 war, das nach der letzten Szene des ersten Durchgangs jubeln konnte, war Samuel Radlinger und seiner ganzen Klasse zu verdanken. Er lenkte den Schuss von Kadah an den linken Pfosten, den Nachschuss drosch Kluk an die Latte. Die jungen Roten gingen mit der knappen Führung in die Pause, die Chance auf den ersten Auswärtserfolg stieg.

Früher Ausgleich, später Siegtreffer
Wieder auf dem Platz, traf die Elf von Ismaël auf einen Gegner, der sich von dem Fehlschuss nicht hatte demoralisieren lassen. Die Spieler des VfB drängten auf den Ausgleich und erzielten ihn schnell. In der 51. Spielminute machte Kadah seinen Fehlschuss mit einer präzisen Flanke auf Vallianos wieder wett, der mit einem satten Volleyschuss das 1:1 markierte.  Ismaël, der mit seiner Mannschaft nach Lübeck gereist war, um drei Punkte zu holen, musste einräumen, dass der Ausgleich verdient war.

Dass er hinterher sein Team dafür loben konnte, "dass es ruhig weitergespielt und ohnehin eine gute Leistung gezeigt hat", hing damit zusammen, keinen weiteren Treffer kassiert, dafür aber den späten Sieg erzwungen zu haben. Gießelmanns scharfe Hereingabe war es, die Marheineke, ein ehemaliger 96er, abfälschte und so für die U23 den späten Siegtreffer markierte. (87.)

Es war kein hochverdienter Erfolg der jungen Roten. Dass ein wenig Glück dabei war, das half, den Auswärtsfluch zu besiegen, bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass es ein Sieg der Kategorie "glücklich" war. Vielmehr waren es hart erarbeitete drei Punkte.
mi

VfB Lübeck: Toboll - Lange (46. Jakubiak), Marheineke, Schaffrath, Steinwarth - Zekiri (84. Okada), Gebers, Kluk (74. Voss), Vallianos - Kadah, Diabang

Hannover 96 II: Radlinger - Pläschke, Avevor, Gökdemir, Wendel -  Noto (74. Serrone), Merkens, Schünemann, Gießelmann (90. Akdari) - Aycicek (64. Beil), Fuchs 

Tore: 0:1 Fuchs (24.), 1:1 Vallianos (51.), 1:2 Marheineke (Eigentor 87.)

Besondere Vorkommnisse: Kadah verschießt einen Foulelfmeter (45.) 

Schiedsrichter: Koslowski (Berlin)

Zuschauer: 1041

Gelbe Karten: Lange, Zekiri / Gökdemir

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Die U19 kalt erwischt
Die A-Junioren von Hannover 96 konnten auf eine Serie von drei Siegen blicken, als sie am vergangenen Sonntag bei Energie Cottbus antraten. Nach dem Gastspiel in der Lausitz ist leider kein weiterer Erfolg hinzugekommen. Die jungen Roten hatten mit 0:2 (0:2) das Nachsehen, "es war eine verdiente Niederlgae", wie Coach Hartmut Herold feststellte.

Es war aber auch eine unnötige Niederlage, schließlich hatte der Trainer im Vorfeld nicht umsonst gewarnt, "dass Cottbus zu Hause stets vehement und aggressiv beginnt". Doch der U19 - erneut durch diverse Ausfälle gebeutelt - gelang es nicht, die Anfangsoffensive der Gastgeber entscheidend einzudämmen. Und so dauerte es keine neun Minuten, bis der erste von zwei frühen Gegentreffern fiel. 

Nach einem Eckball hatten zunächst die A-Junioren eine an sich passable Gelegenheit, doch Pietler zögerte einen Moment zu lang. Die Folge war ein zügig vorgetragener Konter von Energie, der in einem Schuss mündete, der von der Latte zurück zu Heßler prallte. Der Cottbuser hatte sodann keine große Mühe, den Ball zum 1:0 im Tor des chancenlosen Büyükbuluter unterzubringen. 

Zwei Gegentore in 180 Sekunden
Zuletzt mussten die A-Junioren recht oft einen Rückstand verkraften und meistens gelang es der Mannschaft, das Spiel noch zu ihren Gunsten zu drehen. Doch am Sonntag kam es anders. Der erste Gegentreffer war noch nicht verdaut, da fing sich 96 auch schon den zweiten. Nach eigenem Einwurf konnten die Roten den Ball nicht behaupten und luden Energie damit zu dem zweiten entscheidenden Konter ein. Die neuformierte Viererkette stand nicht gut, sie konnte die Flanke nicht verhindern und am Ende auch nicht den Kopfball von Kleindienst, der in der 12. Spielminute zum 2:0 im Netz landete.

Auch wenn die U19 ab der 30. Minute besser im Spiel, in der zweiten Halbzeit feldüberlegen und Keeper Büyükbuluter ein prima Rückhalt war, der die Vorentscheidung mit zwei tollen Paraden verhinderte - den jungen Roten gelang es gegen Cottbus nicht, zu so zwingenden Offensivszenen zu kommen, die an dem Ergebnis noch etwas hätten ändern können. 

Cottbus wollte mit aller Macht zum Sieg
Das lag einerseits an den berühmten letzten Pässen, die nie dorthin kamen, wo sie hätten hinkommen müssen. Andererseits stand den A-Junioren eine Mannschaft gegenüber, die mit aller Macht den Sieg und damit den sicheren Klassenerhalt wollte. In zwei Wochen hat 96 die Chance auf Wiedergutmachung, wenn Werder Bremen im Eilenriedestadion zum letzten Heimspiel der Saison zu Gast ist. Zu Hause ist die Welt meist in Ordnung.
mi

U19 Energie Cottbus: Varrelmann - Hausdorf, Köhler, Steinhauer, Gerstmann (76. Köpnick) - Iles Cruz, Berger, Jakob, Kleindienst (90. Bönigk) - Heßler, Lindner (66. Oduro-Agyemang)

U19 Hannover 96:
Büyükbuluter - Fölster, Reimann, Bazonzila (73. Struwe), Pietler - Schindler (35. Kasumovic), Petrov, Ernst, Bertram (55. Schulze) - Musliji, Folarin (79. Grunert)  

Tore: 1:0 Heßler (9.), 2:0 Kleindienst (12.)

Schiedsrichter: Burda (Berlin)

Zuschauer: 50

Gelbe Karten: Köhler, Iles Cruz, Hausdorf / Petrov, Schulze

Gelb-Rote Karten: - / Musliji (89. wiederholtes Foulspiel)

>>Tabelle A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost<<