Halfar überzeugt auch gegen Alkmaar

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber den ersten beiden Testspielen während des Trainingslagers in Andalusien verdienten sich die Roten ein 2:2 (1:1) gegen den derzeitigen Tabellenführer der holländischen Ehrendivision, AZ Alkmaar. Ricardo Sousa (3.) und Thomas Schneider (61.) sorgten in Chiclana für die zweimalige Führung des Lienen-Teams, die Landzaat per Foulelfmeter (44.) und El-Khattabi (72.) jeweils ausgleichen konnten. Damit ist die Testspielserie unter Spaniens Sonne beendet.

Am Sonntag folgt noch eine letzte Generalprobe vor dem Rückrundenstart gegen den dänischen Vertreter Esbjerg FB.

Blitzstart durch Sousa, ärgerlicher Schlusspunkt
Coach Ewald Lienen verzichtete auf einige Stammspieler und startete mit seiner zweiten Garnitur. Allerdings durfte Kapitän Altin Lala, der zuletzt wegen einer Mittelfußprellung hatte pausieren müssen, von Beginn an in der ungewohnten Mittelfeldraute ran. 96 erwischte einen hervorragenden Start und lag bereits nach drei Minuten in Front. Ricardo Sousa konnte sich nach einem beherzten 10-Meter-Schuss aus halblinker Position halbhoch in die linke Ecke feiern lassen. Die vom starken Vinicius angeführte 96-Defensive stand kompakt und ließ nur wenige Torchancen zu. So konnte Frank Juric einen Schussversuch van Galens parieren (10.) und Huysegems verfehlte knapp (25.). 96-.Torschütze Sousa hatte einige auffällige Szenen und versuchte es wiederholt aus der Distanz, allerdings ohne Erfolg (27., 34.). Wie aus dem Nichts konnten die Holländer kurz vor dem Pausenpfiff dann doch noch den Ausgleich erzielen. Dem durch Landzaat sicher verwandelten Foulelfmeter ging ein Foulspiel Danijel Stefuljs gegen den sich in dieser Szene clever verhaltenen van Galen voraus (44.).

Zwei Traumtore
Hochkonzentriert zeigte sich 96-Keeper Frank Juric direkt nach Wiederanpfiff, als er bei de Clers Schuss reaktionsschnell in die kurze linke Ecke tauchte und parieren konnte. Ein Freistoß von links durch Vladimir But leitete dann den erneuten Führungstreffer der 96er ein. Aus sechs Metern wuchtete der aufgerückte Thomas Schneider das Leder per Kopf unhaltbar in den oberen linken Giebel. Dass es trotzdem nicht zu einem Sieg gegen die Holländer reichte, lag am herrlichen Ausgleichstor des eingewechselten El-Khattabi. Der AZ-Stürmer nahm eine Rechtsflanke technisch versiert an und hämmerte die Kugel aus zwölf Metern unerreichbar für Juric in den rechten Winkel (72.). Fünf Minuten vor dem Abpfiff hätte Jiri Stajner doch noch für den Siegtreffer sorgen können, als er eine Sousa-Linksflanke freistehend am langen Pfosten mit der Brust annehmen konnte und sofort abzog. Doch ein sich dazwischen werfender Holländer verhinderte schlussendlich den sicheren Treffer.

Riesenvorstellung von Sören Halfar
Ein gelöster Ewald Lienen sprach im Anschluss von einem „guten Spiel“ seiner Mannschaft: „Es war auch bitter nötig, eine Schippe raufzulegen, weil mir der eine oder andere der eingesetzten Spieler in den letzten Tagen nicht so gefallen hatte.“ Endlich habe er wieder jenen „defensiven Block“ gesehen, den er sich vorgestellt habe. „Trotz viel Ballbesitzes des Gegners in der zweiten Hälfte haben wir relativ wenig Torchancen zugelassen“, lobte der Coach seine Defensivreihe. Neben Vinicius stach aus dieser vor allem auch Kapitän Altin Lala („Er hat super organisiert. Man hat gesehen, dass er der Mannschaft gut tut“) und den auf der linken Abwehrseite herausragenden Jungspund Sören Halfar. „Sören macht einen guten Eindruck und hat eine wirklich gute Vorstellung abgeliefert!“ Co-Trainer Michael Frontzeck attestierte dem gerade einmal 18-Jährigen bereits das „Rüstzeug für die 1. Liga“. Auch Lienen zeigte sich stark beeindruckt: „Bei ihm stimmt im Grunde genommen alles! Wenn er jetzt noch 10 Zentimeter wächst, wird er Nationalspieler“, so der Coach halb ernst-, halb scherzhaft,. Halfar, der fraglos die Entdeckung dieses Trainingslagers ist, lieferte trotz der hohen körperlichen Belastung drei starke Spiele ab. Jetzt plant der Trainerstab sogar, den Junior langfristig ins Profiteam zu integrieren. „Gerade angesichts der Tatsache, dass wir nicht sehr viele natürliche Alternativen auf dieser Position haben, müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, wenn es organisatorisch möglich ist, ihn regelmäßig bei uns mittrainieren zu lassen.“

Hannover 96: Juric – Stefulj, Schneider, Vinicius, Halfar – Lala (ab 72. Dabrowski), Agac (ab 72. de Guzman), But, Sousa – Wallner (ab 68.Stajner), Kaufman (ab 68. Leandro)

AZ Alkmaar: Timmer – Mathysen (ab 60. Jaliens), Opdam, de Cler – Kromkamp, Landzaat, Buskermolen (ab 46. Ramzi), Meerdink (ab 46. Lindenbergh) – van Galen (ab 46- El-Khattabi), Perez (ab 68. Sektioui), Huysegems (ab 68. Nelisse)

Tore: 1:0 Sousa (3.), 1:1 Landzaat (FEM, 44.), 2:1 Schneider (61.), 2:2 El-Khattabi (72.)

Zuschauer: 50

Aus dem Trainingslager in Jerez berichtet Oliver Rickhof