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Udo Nix: "Das war wie ein Heimspiel für mich"

An diesem Wochenende bestreitet Hannover 96 gegen den SV Werder Bremen sein 1000. Spiel in der Fußball-Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr, HDI Arena). Da lohnt es sich, zurückzublicken auf das erste von bislang 999 Bundesligaspielen der Roten am 22. August 1964 in Dortmund. Der damalige Mittelfeldspieler Udo Nix erinnert sich im Interview mit hannover96.de an die Partie im Stadion Rote Erde.

Legendär: Udo Nix (vorn) im Trikot von Hannover 96 in der Saison 1964/1965.

Herr Nix, Hannover 96 bestreitet am Wochenende sein 1000. Bundesligaspiel. Sie waren beim allerersten Spiel im August 1964 in Dortmund dabei. Welche Erinnerungen haben Sie noch an die Partie?

Udo Nix (77): Ich kann mich jetzt nicht mehr an jede Spielszene erinnern. Aber ich weiß noch ganz genau, dass wir damals 2:0 gewonnen haben - und dass wir hinterher sehr, sehr stolz auf den Sieg waren. Ich glaube, der Walter hat damals zweimal getroffen (stimmt, Walter Rodekamp erzielte beide Tore; Anm. d. Red.). Unglaublich, wie lange das jetzt schon zurückliegt.

Waren Sie damals nervös vor dem ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte?

Nix: Wir waren ein bisschen angespannter als sonst. Das erste Spiel in der Bundesliga war ja schon etwas Besonderes. Aber nervös? Nee, das würde ich nicht sagen. Wir waren ja davon überzeugt, dass wir uns gut verkaufen würden. Wir hatten nämlich eine tolle Mannschaft. Nicht nur, was die Qualität betrifft, sondern auch vom Charakter her. Die Kameradschaft war top. Bei uns nahm jeder Rücksicht auf den anderen.

Das Spiel fand damals im berühmten Dortmunder Stadion Rote Erde statt, vor 42.000 Zuschauern. Das muss für damalige Verhältnisse eine ziemlich beeindruckende Kulisse gewesen sein.

Nix: In der Tat! Das war wirklich sehr beeindruckend, in so einem großen Stadion und vor so vielen Menschen zu spielen. Das war ein ganz tolles Erlebnis für uns - für mich persönlich sogar noch ein bisschen mehr.

Warum?

Nix: Mein Vater war gebürtiger Dortmunder, und meine Tanten und Onkeln lebten damals noch in der Stadt. Als Kind bin ich in den Schulferien fast immer bei ihnen zu Besuch gewesen, und dann sind wir manchmal zusammen ins Dortmunder Stadion gegangen und haben uns Spiele des BVB angeschaut.

Waren die Verwandten im August 1964 auch im Stadion und haben Ihnen zugesehen?

Nix: Na klar! Ich musste damals für jeden meiner Verwandten eine Karte organisieren, das weiß ich noch ganz genau. Das Spiel in Dortmund war wie ein Heimspiel für mich, das war ein großartiges Erlebnis.

Haben Sie damals gedacht, dass sich die Fußball-Bundesliga bis zum 1000. Spiel von Hannover 96 mal zu so einem Milliardengeschäft entwickeln würde?

Nix: Nein. Wir waren natürlich gespannt, wie sich die neue Bundesliga entwickeln würde, aber so war das nicht vorherzusehen.

Hand aufs Herz: Würden Sie mit den Fußballprofis von heute tauschen wollen? Die verdienen immerhin ein Vielfaches von dem, was Sie damals verdient haben.

Nix: Nein, auf gar keinen Fall. Ich bin froh, dass ich in der damaligen Zeit gespielt habe. Da habe ich auch schon gutes Geld verdient. Immerhin so viel, dass ich meinen Eltern, die ein kleines Milchgeschäft hatten, immer ein bisschen Geld abgeben konnte. Heutzutage ist doch vieles im Fußball ziemlich übertrieben. Das viele Geld zum Beispiel. Oder die ständige Berichterstattung. Wir konnten damals nach einem Sieg noch ordentlich in Hannover feiern gehen. Heute würde so etwas am nächsten Tag in der Zeitung auf Seite eins stehen.

Abschlussfrage: Was wünschen Sie Hannover 96 für die Zukunft?

Nix: Ich wünsche mir, dass sich der Verein stabilisiert und in der Bundesliga bleibt. Damit wir die nächsten 1000 Bundesligaspiele angehen können.
hop