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Doll nach Nürnberg: "Wir leben noch!"

Endlich wieder ein Sieg, endlich wieder Tore in einem Heimspiel: Für 96-Trainer Thomas Doll war das 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Ein kleiner Schritt zum großen Ziel Klassenerhalt.

"Das ist das Wichtigste"
Die Erleichterung war in diesem einen Satz zu spüren wie sonst in keinem anderen. Es war bereits anderthalb Stunden nach dem Spiel, als Thomas Doll alles, was er vorher ausführlich erklärt hatte, einmal treffend zusammenfasste. "Wir leben noch, das ist das Wichtigste."

Geht an der Seitenlinie voll mit: Cheftrainer Thomas Doll

Ab Dienstag wieder Vollgas
Der 96-Trainer sprach von einem "schönen Tag für alle bei Hannover 96". Der verdiente 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg tat in vielerlei Hinsicht gut: die Mannschaft gab die berühmte Rote Laterne ab, schob sich in der Tabelle an den Franken wieder vorbei und durfte das erste Mal im Jahr 2019 einen Bundesligasieg feiern. Zumindest für ein paar Augenblicke durfte gefeiert werden. "Das war ein Brustlöser für alle in diesem wunderbaren Verein", sagte Doll.

"Aber wir alle wissen, dass wir noch unglaublich viel Arbeit vor uns haben. Deshalb ist Dienstag, Mittwoch und die ganze Woche wieder Vollgas angesagt im Training." Und dann wartet am kommenden Samstag bei 1899 Hoffenheim die nächste so schwere wie wichtige Aufgabe.

Spannung und Anspannung
Er habe bei seinen Spielern vor dem Anpfiff "ganz, ganz große Spannung gesehen", erzählte der 52-Jährige. Spannung, die normal ist nach einer längeren Zeit ohne Erfolgserlebnis und vor einem ungemein wichtigen Heimspiel. Später, in der Kabine, "habe ich den Spielern gesagt, dass es großartig ist, dass wir ein Lebenszeichen gesetzt haben", sagte Doll.

Kleines Ding mit großer Wirkung
Der 96-Trainer konnte sich freuen über den wichtigen "Dreier", darüber, dass "die Jungs sich reingehauen haben", aber auch darüber, dass die Mannschaft dem verletzten Stürmer Niclas Füllkrug "ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht hat". Aber Doll hatte noch einiges gesehen, was noch besser werden muss, deshalb ordnete er den 2:0-Sieg auch fern jeder Euphorie ein. "Wir haben ein kleines Ding erreicht, nämlich mal wieder ein Fußballspiel gewonnen. Es war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – mehr nicht." Und trotzdem sei es schön, dass in der Tabelle bei den Punkten jetzt statt der 11 eine 14 stehe. "Und hoffentlich dann bald eine 17 und eine 20."
hr