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"Das geht mir sehr nah": Ehrenpreis für 96-Legende Hans Siemensmeyer

Er ist eine lebende 96-Legende: Hans Siemensmeyer wurde bei der alljährlichen großen Sportlerwahl der Neuen Presse mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Ehrung fand am Dienstagabend vor den Augen von viel Prominenz aus Sport, Politik und Stadtgesellschaft im Theater am Aegi statt. Auch die begehrten Trophäen für die beste Einzelsportlerin, den besten Einzelsportler und die Top-Mannschaft des Jahres 2019 wurden verliehen. Auch hierbei mischten einige 96er – und zwar nicht nur Fußballer – mit.

Gänsehautmoment: Hans Siemensmeyer betritt die Bühne.

Weil hält Laudatio
Nach Ende der Veranstaltungung waren sich alle einig: Das emotionale Highlight war der Sonderpreis, der Jahr für Jahr ehrenhalber an eine Sportgröße der Stadt für ihr Lebenswerk vergeben wird. Stehende Ovationen im großen Saal, als 96-Legende Hans Siemensmeyer von Moderator Christoph Dannowski angekündigt und auf die Bühne gerufen wurde. Die Laudatio auf den Bundesliga-Rekordtorschützen der Roten hielt Ministerpräsident Stephan Weil, der einen spannenden Weg fand, um den Einsatz und die Spielhärte Siemensmeyers zu verdeutlichen, indem er sagte: "Im Vergleich zu seinem Zweikampfverhalten war Altin Lala ein Balletttänzer." Der Geehrte, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiern wird, rang zunächst um Worte. "Das geht mir gerade sehr nah", sprach er ins Mikrofon und wischte sich etwas verlegen eine Träne aus dem Augenwinkel. Doch die Stimme, die er noch immer zuweilen erhebt, um das aktuelle Geschehen rund um "seinen" Verein zu kommentieren, kehrte schnell zurück. Er dankte für die Auszeichnung und ließ es sich nicht nehmen, das Publikum noch mit dieser und jener Anekdote aus seiner aktiven Laufbahn zu erheitern. Eben typisch Hans Siemensmeyer!

Sicherte sich verdient Platz 1: Hochspringerin Imke Onnen.

Onnen gewinnt und schielt nach Tokio
Auch die aktuellen Sportgrößen Hannovers sollten nicht zu kurz kommen. Ein erster Platz ging dabei an Hannover 96 – allerdings fernab des Fußballs. Hochspringerin Imke Onnen wurde für ihre herausragenden Leistungen im vergangenen Jahr zur Sportlerin des Jahres gekürt. Erstmals übersprang sie 2019 1,96 Meter – ihr persönlicher Bestwert. Und auch 2020 will die sympathische 96-Leichtathletin voll angreifen. Nicht zuletzt mit Blick auf die Olympischen Spiele diesen Sommer in Tokio sagte sie selbstbewusst im Interview auf der Bühne: "Zwei Meter sind absolut drin."

"Henne" ist "extrem stolz"
Auch Rang zwei bei den Damen war fest in 96-Hand. Anna-Lena Füllkrug, Torjägerin der Damen-Regionalliga-Mannschaft, sicherte sich nach dem Titel im Vorjahr nun Silber. Dieselbe Platzierung wurde Stürmer Hendrik Weydandt zuteil. Er musste sich nur Handball-Recke Morten Olsen von der TSV Hannover-Burgdorf geschlagen geben. "Henne": "Ich bin extrem stolz, weil wir bei Hannover 96 ein dürftiges Jahr hinter uns haben und ich trotzdem hier stehen darf." Für Weydandt, der in der Region Hannover aufgewachsen ist, ist die Auszeichnung etwas Besonderes. Höflich dankte er all jenen, die ihm ihre Stimme gegeben haben, und erklärte, er werde "alles dafür geben, dass es gute Gründe gibt, dass wir nächstes Jahr wieder mit dem ganzen Team hier stehen können".

Zweimal 96-Torgefahr auf Platz 2: Anna-Lena Füllkrug und Hendrik Weydandt im Gespräch mit Moderator Christoph Dannowski.

96-Profiteam nicht nominiert
In der Teamwertung waren die 96-Profis nach dem Abstieg und der wechselhaften Zweitliga-Hinrunde gar nicht erst nominiert gewesen. "Es ist uns sehr schwergefallen", erklärte NP-Chefredakteur Bodo Krüger diese Entscheidung. "Viele bei der Neuen Presse hängen mit dem Herzen sehr an Hannover 96 und hoffen, dass es wieder aufwärts geht. Man geht ja nicht plötzlich zu Eintracht Braunschweig." Die Abwesenheit der Zweitliga-Fußballer bedeutete jedoch nicht, dass das Team-Voting ohne 96-Mannschaft stattfand. Die Regionalliga-Damen waren in der Verlosung und sicherten sich nach dem Aufstieg aus der Oberliga mit 118:15 Toren und der jüngst errungenen Vize-Herbstmeisterschaft den Bronze-Platz. Nach ihrer bärenstarken Hinrunde in der Handball-Bundesliga war den Recken, die aktuell Tabellenplatz zwei belegen, hier der Sieg nicht zu nehmen.

Zum Abschluss der rund zweistündigen Gala stand noch ein musikalisches Highlight auf dem Programm: Popstar Johannes Oerding gab drei seiner Hits zum Besten. Dazwischen machte er anschaulich, wie er als Musiker sich von den ganzen anwesenden Top-Athleten unterscheidet: "Wenn Ihr morgens vorbei an der Kneipe zum Training geht, sitze ich meistens noch drin." Jedoch: Das stellte sich beim Beisammensein nach Ende der Show doch etwas anders dar. Da gönnten sich die Sportler durchaus auch mal ein Glas Bier oder Wein - ausnahmsweise.
hec