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Marcel Franke: "Kann nicht von einem Vor- oder Nachteil sprechen"

Wenn an diesem Wochenende der Ball in der 1. und 2. Liga wieder rollt, können unsere Profis leider bekanntlich erst einmal nur zuschauen. Im Interview spricht Marcel Franke über das abgesagte Spiel gegen seinen Ex-Klub Dynamo Dresden und den damit verbundenen späteren Start unserer Roten, und berichtet, wie sich das Mannschaftstraining nach der langen Pause anfühlt.  

Hannover 96 ist seit letzter Woche Donnerstag wieder im Mannschaftstraining. Die ersten neun Tage hast Du in den Knochen – wie fühlt es sich an?

Marcel Franke (27):
Anstrengend. Auch in den Wochen zuvor ist man ja schon kaputt gewesen, denn auch da haben wir Gas gegeben. Aber schon am Donnerstag oder Freitag hat man direkt gemerkt, dass es doch nochmal ein Riesenunterschied zu dem ist, wenn man einfach nur läuft oder Spielformen ohne Zweikämpfe macht. Da sind schon Abläufe und Bewegungen drin, die eine ganz andere Belastung bedeuten. Aber ich denke, wir sind jetzt ganz gut drin. Man freut sich einfach, wieder Zweikämpfe führen zu dürfen. Bei mir ist es ja noch einen Tick länger her, dass ich die Möglichkeit dazu hatte.

Wie hast Du persönlich das Training verdaut? Keine Beschwerden?

Franke:
Seitdem ich trainiere, bin ich wirklich komplett schmerzfrei. Ich war zuletzt immer sehr vorsichtig in meinen Aussagen, denn ich wollte nichts überstürzen oder zu viele Hoffnungen machen – auch mir selbst nicht. Aber aktuell läuft es. Für mich ist generell erst mal das Wichtigste, dass ich gesund bin, und das sollte so bleiben.

"Aktuell läuft es" - nach seiner längeren Verletzungspause ist Marcel Franke nun komplett schmerzfrei.

Wie würdest Du insgesamt aktuell die Trainingsintensität beschreiben? Wir erleben ja immer wieder die "sehr beliebten" Läufe am Ende der Einheiten…

Franke:
Wir haben schon einen Trainer, der immer Gas gibt in den Einheiten. Man muss eigentlich in jedem Training an seine Grenzen gehen – und darüber hinaus, wenn ich so an die Läufe denke. Wir haben schon auch immer mal Einheiten dabei, in denen man schon vor den Läufen das Gefühl hat, am Maximum zu sein, und dann geht man noch mal darüber hinaus. Das wird uns aber letztlich in den Spielen helfen, weil wir damit vielleicht schon ein paar Vorteile gegenüber anderen Mannschaften haben werden. Klar muss man sich da im Training durchbeißen, aber das gehört ja irgendwo auch beim Fußball dazu. Und es ist ja nicht so, dass der Trainer jetzt neu ist, wir haben uns langsam daran gewöhnt und wissen schon, was auf uns zukommt in jedem Training.

Bedingt durch die Corona-Fälle in Dresden ist 96 an diesem Wochenende spielfrei. Wie bewertest Du es, einerseits schauen zu können, was die anderen machen, andererseits aber auch nicht die Möglichkeit zu haben, Spielpraxis zu sammeln?

Franke:
Das ist schwierig. Ich glaube, die Mannschaften, die jetzt spielen, werden sagen: 96 hat einen Vorteil, denn sie haben eine Woche länger Zeit, sich vorzubereiten. Ich sehe es ein bisschen anders, wenn ich darauf schaue, dass wir mit drei Spielen innerhalb einer Woche in die Saison starten. Für uns geht es also direkt mit Vollgas los, und wir haben nur drei Tage Zeit, uns zu regenerieren nach dem ersten Spiel. Klar, wir haben einen großen Kader, und das ist auch gut so. Wir haben viele Spieler, die nachrücken können. Aber trotzdem denke ich, dass es auch nicht so verkehrt ist, wenn Du am Wochenende beginnst, und dann noch eine Woche Zeit ist bis zum nächsten Spiel. Man kann da letztlich nicht von einem Vor- oder Nachteil sprechen. Aber sicher ist: Wir sind heiß darauf, dann in der nächsten Woche wieder zu spielen.

Hast Du in den letzten Tagen Kontakt in Deine Heimatstadt Dresden und zu Dynamo gehabt?

Franke:
Nein, gar nicht. Viele Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe, sind jetzt auch schon weggegangen. Deswegen habe ich da keinen direkten Kontakt mehr gehabt. Ich muss aber auch sagen, ich musste mich mit der ganzen Situation aber auch nicht unbedingt noch näher beschäftigen, sondern habe es einfach hingenommen. Für uns hieß das einfach, wir gehen erstmal nicht ins Hotel und fangen eine Woche später an. Akzeptiert – weitermachen.
hec