Gesundheit

AOK-Gesundheitstipp Oktober: Hausstaubmilben können Allergien auslösen

Schnupfen, Niesanfälle, Husten und Schlappheit - das muss keine Erkältung sein. Dahinter kann gerade auch in der kalten Jahreszeit eine Hausstauballergie stecken. Genauer: Eine Allergie gegen Milbenkot, der sich unter den Hausstaub mischt. In Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden erstmals vor dem 20. Lebensjahr auf. Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält häufig ein Leben lang an.

Natürliche Mitbewohner
Mit mangelnder Hygiene hat das nichts zu tun. Denn die Milben sind natürliche Mitbewohner in der häuslichen Umgebung. Sie leben überall dort, wo Menschen leben, und ernähren sich zum größten Teil von menschlichen Hautschuppen. Die Anzahl der unangenehmen Hausbewohner nimmt allerdings zu, weil durch die moderne dichte Bauweise nicht mehr für einen natürlichen Luftwechsel gesorgt ist und viele Menschen zu wenig lüften. Die winzigen Spinnentierchen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, halten sich in Teppichböden, Kissen, Kuscheltieren, Polstermöbeln und vor allem im Bett auf. Daher sind die Symptome auch nachts und morgens am stärksten. Hier hilft ein Matratzenüberzug, das sogenannte Encasing, der für Milben und Allergene undurchlässig ist. Wichtig ist, dass er die Matratze ganz umschließt und gleichzeitig eine ausreichende Wasserdampf- und Luftdurchlässigkeit aufweist.

Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält häufig ein Leben lang an.

Hausstaubmilben fühlen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit (65 bis 80 Prozent) besonders wohl. Am Morgen kann ein ordentliches Stoßlüften die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer vertreiben, die nachts während des Schlafens durch Atmung und Schwitzen entstanden ist.

Zur Behandlung der Hausstauballergie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die aber nur die Symptome bekämpfen. Hilfreich gegen eine verstopfte oder laufende Nase können auch salzhaltige Nasensprays oder Nasenduschen sein.

AOK-Tipps für Hausstaubmilben-Allergiker:

  • Die Matratze mit einem allergendichten Überzug versehen - die Matratze sollte möglichst neu sein.
  • Matratze regelmäßig erneuern, mindestens alle acht Jahre.
  • Oberbetten und Kopfkissen bei mindestens 60 Grad waschen, mindestens alle drei Monate; wenn das nicht möglich ist: Encasing.
  • Bettwäsche jede Woche wechseln und ebenfalls bei 60 Grad waschen.
  • Betten aufdecken nach dem Aufstehen, damit die Matratze auskühlen kann.
  • Das Bett sollte auf Füßen stehen, damit die Matratzenfeuchtigkeit abdampfen kann.
  • Anti-Milben-Sprays können unter den Matratzenbezug gesprüht werden.
  • Regelmäßig stoßlüften, mindestens morgens und abends.
  • Staubfänger wie Vorhänge, offene Bücherregale, Kissen meiden.
  • Kurzflorige Teppiche nutzen und regelmäßig säubern. Glatte Böden häufig wischen.
  • Statt textiler Polstermöbel am besten Glattledersofa nutzen.
  • Haustiere sowie Zimmerpflanzen können ungünstig sein. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und verbessern damit die Lebensbedingungen für Hausstaubmilben