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AOK-Gesundheitstipp Januar: Jodmangel - Unterversorgung kann krankmachen

Jod ist für die geistige und körperliche Entwicklung wichtig, vor allem bei Kindern. Jodmangel ist ein schleichender Prozess, der sich zunächst oft nicht bemerkbar macht. Doch auf lange Sicht kann Jodmangel Veränderungen oder Erkrankungen der Schilddrüse auslösen. Die Folgen reichen von Depressionen bis Konzentrationsstörungen. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper benötigt es unter anderem für die Bildung der Schilddrüsenhormone.

Erwachsene brauchen etwa 200 Mikrogramm am Tag
Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung liegt die empfohlene tägliche Jodzufuhr von Kindern je nach Alter zwischen 100 und 200 Mikrogramm. Für Erwachsene sollten es etwa 200 Mikrogramm täglich sein. Schwangere und Stillende haben einen besonders hohen Jodbedarf. Bekommt die Schilddrüse nicht genug Jod, kann sie nicht mehr ausreichend Hormone bilden. Sie versucht dann zunächst, dieses Defizit auszugleichen, indem sie sich vergrößert. In der Folge bildet sich ein Kropf, auch Struma genannt. Ab einer bestimmten Größe ist eine Struma auch von außen sichtbar und kann Beschwerden verursachen, zum Beispiel Probleme beim Schlucken oder ein pfeifendes Atemgeräusch.

Wenn die Schilddrüse trotz dieser Vergrößerung nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Betroffene fühlen sich dann antriebslos und müde und beklagen einen körperlichen sowie geistigen Leistungsabfall.

Weitere Symptome können sein:

  • Hautveränderungen (trockene, kühle, blassgelbe oder teigige Haut)
  • trockenes, brüchiges Haar
  • raue, heisere Stimme
  • Gewichtszunahme, Verstopfungsneigung
  • abnehmende Fruchtbarkeit und Potenz
  • langsamer Herzschlag
Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden, zum Beispiel über Jodsalz. (Foto: AOK)

Unterfunktion wird häufig erst spät erkannt
Da eine Unterfunktion der Schilddrüse zu Beginn nur geringe Beschwerden hervorruft, wird sie häufig erst spät erkannt. Bei Verdacht auf eine Unterfunktion kontrolliert der Arzt die Schilddrüsenwerte im Blut. Bei Kindern werden die Schilddrüsenwerte routinemäßig sowohl direkt nach der Geburt als auch in der Vorsorgeuntersuchung J1 zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr ausgewertet.

Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Die AOK rät daher, beim Salzen Jodsalz zu verwenden. Schon fünf Gramm Jodsalz enthalten 100 Mikrogramm Jod. Ein Erwachsener hat am Tag genug Jod eingenommen, wenn er beispielsweise 200 Gramm Schellfisch isst oder sein Essen mit einer Prise Jodsalz würzt. Gute Jodlieferanten sind außerdem Roggenbrot, Spinat und Milch.

Ob tatsächlich ein Jodmangel oder eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt, sollte in jedem Fall ein Arzt klären.