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96-Cheftrainer Jan Zimmermann im 96TV-Interview: "Bekomme es ganz gut unter einen Hut"

Endlich ist es soweit: Gut drei Wochen nach Bekanntgabe des Wechsels hatte 96TV erstmals die Möglichkeit, unseren neuen Cheftrainer Jan Zimmermann vor die Kamera zu bekommen und mit ihm über die ersten Kontakte zur Mannschaft, das "Geheimnis" seines Fußballs und den Spagat zwischen Havelse und 96 zu sprechen. Schaut rein!

Jan, vor gut zwei Jahren durftest Du das Innenleben des Vereins schon einmal für drei Wochen kennenlernen - jetzt kehrst Du als neuer Cheftrainer zurück. Was ist das für ein Gefühl?

Zimmermann: Noch bin ich ja leider nicht ganz richtig angekommen, es geht ja noch nicht los. Aber natürlich habe ich mich sehr gefreut, als ich das Angebot bekommen habe, hier als Trainer anzufangen. Ich freue mich jetzt riesig darauf, dass es in ein paar Wochen auch endlich losgeht.

Wie viele SMS und Anrufe hast Du bekommen, als der Wechsel bekanntgegeben wurde?

Zimmermann: Der Montag bei der Bekanntgabe war schon ein bisschen wild, das muss ich sagen. Ich entschuldige mich auch bei allen, bei denen es ein paar Tage gedauert hat, bis ich dann geantwortet habe. Es war schon eine Menge – deutlich mehr, als man vielleicht am Geburtstag oder an Weihnachten bekommt.

Ein paar Jungs aus der Mannschaft kennst Du ja noch von damals. Hast Du Dich schon mit dem ein oder anderen austauschen können?

Zimmermann: Ich kenne tatsächlich noch sehr, sehr viele Jungs aus der Zeit vom Praktikum, bei dem ich auch wirklich sehr positiv und offen aufgenommen wurde. Ich hatte eine schöne Zeit und konnte viele Eindrücke gewinnen. Klar habe ich jetzt mit dem einen oder anderen einmal telefoniert und mich mit dem Mannschaftsrat getroffen, um ein paar Sachen durchzusprechen. Da gab es sowieso ein paar Themen – auch gerade, wie sie sich im Urlaub verhalten sollen. Da hat sich der positive Eindruck noch einmal bestätigt.

Vor allem Hendrik Weydandt und Du haben in vier Jahren bei Germania Egestorf/Langreder viel erlebt. Erzähl mal: Wie würdest Du ihn beschreiben – und was denkst Du, würde er über Dich sagen?

Zimmermann: Wie er mich beschreiben würde, müssen wir ihm überlassen – was für ihn auch nicht mehr so leicht ist, jetzt wo ich wieder sein Chef geworden bin. "Henne" ist ein super Typ, der für mich auch ein toller Fußballer ist. In dieser Saison konnte er nicht so richtig zeigen, was er kann. Da werden wir jetzt natürlich dran arbeiten, dass das wieder besser wird. Für ihn ist es keine ganz so leichte Situation, weil die Erwartungshaltung für ihn auch wieder gestiegen ist, dadurch dass ich Trainer geworden bin. Aber so wie ich „Henne“ kenne, wird er auch vom ersten Tag an alles dafür tun, um eine bessere Saison zu spielen als die letzte.

Stichwort kommende Saison: Die Kaderplanung für die kommende Spielzeit läuft ja bereits auf Hochtouren, gleichzeitig hast Du mit deinem Noch-Verein Havelse in genau zehn Tagen die Chance, nach 30 Jahren erstmals wieder in den Profifußball zurückzukehren. Wie meisterst Du diesen Spagat?

Zimmermann: Das frage ich mich manchmal abends auch (schmunzelt) – das klappt aber im Moment ganz gut. Ich habe bei beiden Klubs eine tolle Unterstützung und viele Leute habe, die mir wirklich helfen und viel abnehmen. Der größte Vorteil ist einfach die räumliche Nähe, sonst wäre es extrem schwierig. Im Moment bekomme ich es ganz gut unter einen Hut, die Planungen bei 96 vorzubereiten und anzutreiben und nachmittags in Havelse auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, dass ich beidem ganz gut gerecht werde und keiner darunter leidet. Mein Schlafdefizit werde ich dann irgendwann auch noch einmal ausgleichen (lacht).

Du hast mit Egestorf/Langreder und auch mit Havelse großen sportlichen Erfolg gehabt. Was ist das Geheimnis des Zimmermann-Fußballs?

Zimmermann: Wenn ich jetzt alle Geheimnisse verrate, würde es nicht mehr erfolgreich sein (lacht). Es ist auch gar kein großes Geheimnis. Wichtig ist für mich, dass die Jungs sich wohlfühlen und Vertrauen haben. Ich glaube, das gilt für jeden, der arbeitet: Dass er gerne zur Arbeit kommt, sich dort wohlfühlt und seine Kollegen mag. Dann ist man auch motivierter und kann mehr Leistung bringen. Das ist so die Grundlage, und dann geht es um Disziplin, Respekt und Umgang sowie darum, eine Idee vom Fußball zu haben, die alle verstehen und die auch alle in der Lage sind, umzusetzen. Das ist eine Menge – aber dafür haben wir in der Vorbereitung ja auch ein bisschen Zeit, sodass ich echt ein gutes Gefühl habe und mich darauf freue, mit den Jungs loszulegen.

Du hast es gerade schon gesagt: In drei Wochen geht es los mit dem Trainingsstart. Worauf freust Du Dich am allermeisten?

Zimmermann: Aktuell ist total viel Planung, Organisation und Telefonieren angesagt. Ich freue mich dann einfach darauf, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und mit ihnen zu arbeiten. Wenn der Ball wieder rollt, dann fühle ich mich am wohlsten und dann macht es mir am meisten Spaß.

Und wie sehr freust Du Dich auf die kommende Liga, die ja mit einigen Traditionsvereinen noch einmal deutlich attraktiver geworden ist?

Zimmermann: Die Liga ist natürlich richtig cool, von der Qualität her richtig hoch und mit super Traditionsvereinen. Es sieht ja jetzt auch ganz gut aus, dass wieder Zuschauer ins Stadion kommen können. Ich freue mich einfach auf die Duelle – aber nicht nur gegen die großen Clubs, sondern auch auf die vermeintlich etwas kleineren. Wenn man auf die letzte Saison schaut, dann waren das die Spiele, in denen 96 viel liegengelassen hat. Da müssen wir auch dran arbeiten, um eine erfolgreichere Saison zu spielen, als es dann am Ende leider die letzte war.