Forssell landet im zweiten Versuch

Finne kommt ablösefrei aus Birmingham. 96 hat den fünften neuen Spieler verpflichtet. Mikael Forssell kommt ablösefrei von Premier-League-Absteiger Birmingham City.

VON FLORIAN KREBS

HANNOVER. Was lange währt, wird endlich gut – hoffentlich gilt das Sprichwort auch hier. Im zweiten Anlauf hat 96 seinen Wunschstürmer bekommen. Mikael Forssell unterschrieb einen Vertrag bis 2011, wechselt ablösefrei nach Hannover. Birmingham City ließ nach dem Abstieg aus der Premier League die Option für den 54-maligen finnischen Nationalspieler (17 Tore) verstreichen, da griff 96 zu. Forssell wird rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Er ist nach Mario Eggimann (Karlsruhe), Jan Schlaudraff (Bayern), Florian Fromlowitz (Kaiserslautern) und Leon Balogun (Türkiyemspor Berlin) der fünfte Neue. „Der Wechsel ging relativ schnell über die Bühne“, berichtete Christian Hochstätter.

Am Montag nach dem Saisonfinale gegen Cottbus hatte der 96-Sportdirektor Kontakt zu Forssell aufgenommen, stellte klar: „Wir wollten nicht lange reden, sondern ein schnelles Ja oder Nein.“ Forssell spielte mit. Der Stürmer sagte am Rande des Länderspiels der Finnen am Mittwoch gegen die Türkei (0:2) in Duisburg zu.

Es musste auch deshalb nicht mehr lange verhandelt werden, weil 96 und Forssell sich bereits vor einem Jahr einig waren. Damals scheiterte der Wechsel allerdings am Gesundheitszustand des Stürmers. Forssell hat Knorpelschäden an beiden Knien, fiel im Mai 2007 durch den Medizincheck (siehe Extra-Text).

Obendrein wollte Birmingham seinerzeit knapp zwei Millionen Euro Ablöse.
Der Finne ist „glücklich“ (siehe Interview), dass er zurück in Deutschland ist, wo er vor 27 Jahren geboren wurde. 2003 spielte er schon mal ein halbes Jahr in der Bundesliga, rettete Gladbach mit sieben Toren in 16 Spielen vor dem Abstieg.

Hochstätter, damals in Gladbach Forssells Sportchef, ist überzeugt: „Wir kriegen mit ihm viel Qualität hinzu. Er weiß um unsere Ansprüche, wird uns helfen. Mikael ist ein positiver Typ, hat einen tollen Charakter.“ Trainer Dieter Hecking schätzt Forssell (1,84 Meter, 90 Kilogramm) als „robusten Typen, er ist schnell, torgefährlich und kann Bälle behaupten“. Menschlich sei er sowieso „ein Supertyp“. Da muss niemand Angst haben, dass 96 einen weiteren Stürmerschluffi à la Benny Lauth geholt hat – wie auch Klubchef Martin Kind findet: „Forssell ist viel offener, hat einen ganz anderen Biss und Ehrgeiz als Lauth.“

Forssell soll „den Konkurrenzkampf erhöhen“, sagt Hecking. Mit Hanke, Lauth, Stajner („er hat eine sehr, sehr gute Rückrunde gespielt“), Schlaudraff und eben Forssell hat 96 nun fünf Stürmer. „Da wird uns der eine oder andere Verein drum beneiden.“