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HandicapfußballerInnen zu Gast beim FC Mito Hollyhock

Im Dezember 2026 erlebten die HandicapfußballerInnen von Hannover 96 eine außergewöhnliche Reise nach Japan. Sport, Kultur und internationale Begegnungen standen dabei im Mittelpunkt. Die Einladung des japanischen Klubs Mito Hollyhock war eine besondere Ehre und ermöglichte dem Team unvergessliche Erlebnisse.

Mannschaftsfoto am Hannover Flughafen.
Die HandicapfußballerInnen mit riesiger Vorfreude am Hannover Flughafen. (Foto: Dr. Patrick Nösel)

Vorfreude und eine lange Reise
Am Dienstag, den 16. Dezember 2026, traf sich die Reisegruppe am Flughafen Hannover. Die Vorfreude auf das „Land der aufgehenden Sonne“ war riesig. Nach einem kurzen Zubringerflug nach Amsterdam wurde allen erst richtig bewusst, wie lang der Flug bis nach Tokio tatsächlich sein würde. Holger Apitius, Leiter der Abteilung Handicapsport, stand sichtlich unter Strom. Er trug die Hauptverantwortung und sorgte sich ununterbrochen um das Wohl seiner Gruppe. Obwohl mit Manuela und Heiko Klose aus dem TrainerInnen-Team, sowie Hakan Alhan (Vorstand Sport) und Dr. Patrick Nösel (Vorstand Vereinsentwicklung) weitere BetreuerInnen dabei waren, legte sich seine Anspannung während der gesamten Reise kaum.

(Fotos: Dr. Patrick Nösel)

Sightseeing in Tokio
In Tokio wurde die Reisegruppe von Kento Takeuchi vom FC Mito Hollyhock empfangen. Er hatte in Deutschland gelebt, sich die Sprache selbst beigebracht und betreute die 96erInnen während des gesamten Aufenthalts voller Engagement. Um den Jetlag zu bekämpfen, startete direkt das Freizeitprogramm. Zuerst wurde der Kaiserpalast besucht, welcher auf beeindruckende Art und Weise moderne Architektur und alte japanische Kultur verbindet. Anschließend konnte das Geschäftsviertel Marunouchi erkundet werden. Trotz der schönen Eindrücke waren am Abend alle froh, endlich im Hotel einzuchecken und zur Ruhe zu kommen. Am zweiten Tag wurde vormittags die Umgebung zu Fuß erkundet. Nachmittags standen Highlights wie die Tokio Bay, die Rainbow Bridge, der Senso-ji-Tempel und der Tokio Sky Tree auf dem Plan. Gengo Seta, Geschäftsführer des FC Mito Hollyhock, hatte das Programm perfekt abgestimmt. Obwohl der Tag lang war, zog es viele der SpielerInnen nach dem Abendessen noch einmal los: Sie wollten Tokio bei Nacht mit seinen Millionen Lichtern erleben.

Ein Kind hält das 96-Wimpel in der Hand.
Ein neuer 96-Fan! (Foto: Dr. Patrick Nösel)

Herzliche Begegnungen auf dem Weg nach Mito
An Tag drei ging es mit dem Bus nach Mito, mit einem Zwischenstopp zur Besichtigung des Tokiwa-Schreins. Bei einem weiteren Stopp an einem Sportgeschäft geschah etwas Besonderes: Eine japanische Familie bemerkte das Hannover-96-Logo am Bus und winkte begeistert. Da ihr Sohn ebenfalls eine Beeinträchtigung hat, entstand sofort ein herzlicher Kontakt. Das Team erfüllte dem Jungen den Wunsch nach einem gemeinsamen Foto. Hakan Alhan schenkte ihm spontan sein Trainingsshirt, worüber die Eltern zu Tränen gerührt waren, und lud die Familie zum Turnier in den Folgetagen ein. Der Abend wurde bei einem traditionellen „Shabuyo“-Essen am Bahnhof von Mito ausklingen gelassen.

Das Turnier und neue Freundschaften
Am Turniertag stieg die Nervosität. Doch als das Team am Vereinsgelände des FC Mito Hollyhock ankam, wurde es von „seiner“ japanischen Familie mit einem breiten Lächeln empfangen. Der Junge und seine Eltern begleiteten das Team durch das gesamte Turnier – daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt, die bis heute über soziale Medien besteht. Ein großer Dank gilt auch Hiroaki Ito (Taihei Dengyo Kaisha LTD.), der die Reise finanziell ermöglicht hatte. Sportlich war es eine Herausforderung: Unsere Spieler sind Kleinfeld und kurze Spielzeiten gewöhnt. In Japan wurde auf Großfeld (2 x 30 Minuten) gespielt. Das erste Spiel gegen Mito Hollyhock endete unentschieden. In der Pause wurden Gastgeschenke übergeben, unter anderem Trikotsätze für das japanische Team. Leider reichte im zweiten Spiel die Kraft nicht mehr aus, sodass das Spiel mit 1:5 gegen RSS Seriore Paradeiro verloren ging. Der Tag endete mit einer großen Party. Sponsor Hiroaki Ito zeigte sich dabei sehr volksnah und schenkte den Spielern persönlich Getränke ein.

Ein gelungener Abschluss
Am letzten Turniertag spielten die 96-HandicapfußballerInnen um Platz fünf. In einer packenden Partie über 2 x 40 Minuten siegte das Team souverän mit 8:1. Der sportliche Erfolg war ein schöner Abschluss, doch die kulturellen Erfahrungen und neuen Freundschaften wogen viel schwerer. Die größte Überraschung kam bei der Siegerehrung: Die Gastgeber waren so begeistert vom Auftreten der 96erInnen, dass sie direkt eine erneute Einladung für das nächste Turnier aussprachen. Holger Apitius betonte stolz: „Unsere Sportler haben den Verein empathisch und respektvoll vertreten.“ Auch Vorstandsmitglied Hakan Alhan lobte den außergewöhnlichen Teamgeist der Gruppe.

(Fotos: Dr. Patrick Nösel)

Abschied und Rückkehr
Der Abschied am 22. Dezember fiel schwer. Gengo Seta versprach einen Gegenbesuch in der 96-Akademie. Besonders emotional war der Abschied von Kento Takeuchi am Flughafen, der das Team unter Tränen verabschiedete. Nach über 20 Stunden Reise wurde die gesamte Reisegruppe in Hannover spät abends überrascht: Familienmitglieder und KollegInnen empfingen alle mit 96-Flaggen und Weihnachtsplätzchen. Holger Apitius freute sich, dass sich die Anstrengungen gelohnt hatten, und freute sich über die japanische Gastfreundlichkeit: „Die JapanerInnen sind unglaublich gastfreundliche Menschen. Gerade für Menschen mit Beeinträchtigung ist dieser kulturelle Austausch wertvoll und prägend. Ich bin unsagbar stolz auf unser Team.“

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