Entscheidung im Elfmeterschießen
Der Weg dorthin war nichts für schwache Nerven. In einem dramatischen Duell setzte sich Musti erst im Elfmeterschießen gegen Marc Landwehr von Bayer 04 Leverkusen durch und sicherte sich damit sein Ticket für das große Finale. "Klar, im letzten Moment war es natürlich dramatisch durch das Elfmeterschießen, ansonsten war ich aber ganz ruhig und entspannt, weil ich in den letzten Wochen schon gemerkt habe, dass ich gut spiele", sagt Cankal. "Ich hatte mir schon gedacht, wenn ich das abrufen kann, was ich in den Vorbereitungsspielen gezeigt habe, kann ich oben mitspielen."
Für den 96-Profi ist die Teilnahme ein besonderer Meilenstein – auch, weil er sich im Laufe der Saison kontinuierlich gesteigert hat. "Mir bedeutet diese Teilnahme sehr viel, weil vor der Saison viele in der Szene nicht an mich geglaubt hatten", so Musti, der mit viel Selbstvertrauen nach Hamburg reist: "Ich versuche natürlich das Beste zu erreichen und ich bin auf jeden Fall heiß darauf, den Titel zu holen."
Ergebnis intensiver Arbeit
Dass er nun auf der größten nationalen Bühne steht, ist auch das Ergebnis intensiver Arbeit in den vergangenen Monaten. Chefcoach Patrick "Paddy" Roth ordnet die Entwicklung ein: Musti sei im Sommer aus "einem für ihn sehr schweren Jahr" beim FC St. Pauli gekommen, habe sich bei 96 aber Schritt für Schritt zurückgearbeitet. "Wir wussten, was in ihm steckt und was er für ein Talent hat", so Roth. Über die Saison hinweg habe er "viel Arbeit reingesteckt, wieder Selbstvertrauen gewonnen und sich konstant gesteigert". In den Playoffs sei er dann "on Point" gewesen: "Das ist das beste Gefühl als Coach, wenn alles Besprochene funktioniert. Da hat er stark aufgespielt."
Stolz auf die Entwicklung
Auch insgesamt blickt man bei Hannover 96 stolz auf die Entwicklung des eFootball-Teams. Neben Cankal hatten sich mit Riad Fazlija und Djamal Golla zwei weitere 96-Spieler für die Playoffs der besten 32 qualifiziert, mussten sich dort allerdings teilweise knapp geschlagen geben. "Ich bin sehr, sehr stolz, dass Musti es geschafft hat", sagt eFootball-Leiter Paul Wetenkamp. "Viele hatten ihn vorher abgeschrieben, jetzt konnte er zeigen, was er für eine Qualität hat. Daran haben wir immer geglaubt." Gleichzeitig betont er die Teamleistung: "Alle drei Spieler von Hannover 96 haben es geschafft, unter die Top 32 zu kommen. Das zeigt auch, welche Qualität dieser Kader in dieser Saison hat."
Mit dem Einzug in Finalturnier ist für Musti und das gesamte Team bereits ein großer Schritt geschafft. Doch in Hamburg soll noch mehr gehen. "Wenn man so weit ist, will man natürlich auch gewinnen", sagt Roth. "Man muss von Spiel zu Spiel schauen, in den Flow kommen – ein Offline-Event ist immer noch mal anders. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten. Und am Ende sieht man, was dabei herumkommt."