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Zeichen der Solidarität: So meistert 96 die Coronakrise

In Zeiten der Coronakrise, die auch Hannover 96 vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellt, ist der Solidargedanke von herausragender Bedeutung. Mannschaft und Mitarbeiter des Klubs beweisen dieses Miteinander, das zusammen mit unterschiedlichen Maßnahmen helfen wird, die Arbeitsplätze in der 96-Familie zu sichern und die schwierige Situation gemeinsam zu meistern.

Hannover 96 steht in den kommenden Wochen und Monaten vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Nicht eingeplante Mehrbelastungen
Die sportlich unbefriedigende Entwicklung in der Hinrunde der Zweitligasaison und die damit einhergehende prekäre Tabellensituation bis zum Trainer-und Sportdirektorenwechsel haben dazu geführt, dass auf Hannover 96 - zusätzlich zu den erheblichen Verlusten durch den Bundesligaabstieg - wirtschaftliche Mehrbelastungen zugekommen sind, die nicht eingeplant waren. Dabei ging es ausschließlich darum, den Klassenerhalt zu sichern. So waren unter anderem mehrere zusätzliche Transfers in der Winterpause notwendig, die sich als richtig erwiesen und die Mannschaft deutlich stabilisiert haben. Der neue Trainer Kenan Kocak hat gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Gerhard Zuber dafür gesorgt, dass 96 wieder einen erfolgreichen Fußball spielt, mit dem sich die Zuschauer identifizieren - eindrucksvoll zu sehen in den beiden letzten Spielen gegen Holstein Kiel (3:1) und den 1. FC Nürnberg (3:0).

Signal an Mitarbeiter und Gesellschaft
Dieser sportliche Erfolgsweg konnte zunächst einmal leider nicht fortgesetzt werden, seit dem 6. März rollt für unser Team kein Ball mehr. Die Coronakrise verändert nicht nur den Fußball. Sie bewegt und verändert die Welt in fast allen Bereichen und sorgt bei vielen Menschen für berechtigte Ängste und Sorgen. In solchen besonderen Situationen sind besondere Entscheidungen notwendig und ist eine gesellschaftliche Solidarität von zentraler Bedeutung. Mit diesem Gedanken haben die Verantwortlichen von Hannover 96 in den vergangenen Tagen Gespräche mit dem Mannschaftsrat der Profimannschaft geführt. Dabei ging es ausschließlich darum, dass die Spieler von 96 den Solidargedanken mittragen und ein Zeichen an die Mitarbeiter und die Gesellschaft senden. Alles andere hat in diesem Kontext - anders als in der Bild-Zeitung heute dargestellt - keine Rolle gespielt, weder die nicht stattgefundene Weihnachtsfeier des Profiteams noch absolut notwendige Sparmaßnahmen bei den Reisen zu Auswärtsspielen. Dass 96 mit Bus oder Bahn statt mit dem Flugzeug anreist - wie übrigens in der Regel die anderen Zweitligisten auch - ist in dieser Hinsicht nicht von Belang. Für das von der Sportlichen Leitung aus nachvollziehbaren Gründen abgesagte Wintertrainingslager war eine Ausgleichszahlung zu leisten.

Gehaltsverzicht und Kurzarbeit
Mit dem Verzicht auf einen Teil des Gehalts bis Ende Juni wird die Mannschaft ihrer sozialen Verantwortung für die Mitarbeiter im Klub gerecht. Es ist eine von mehreren Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, diese nicht vorhersehbare und wirtschaftlich schwierige Situation zu meistern. Das große Ziel dabei ist es, die Arbeitsplätze der Menschen in der 96-Familie zu erhalten, so wie es auch nach den beiden Abstiegen aus der 1. Liga 2016 und 2019 der Fall war. Dazu gehört, dass ein großer Teil der Festangestellten in der Geschäftsstelle und in der Akademie seit dem 1. April in Kurzarbeit ist - eine freiwillige Maßnahme, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschlossen mitgetragen wird. Das Kurzarbeitergeld wird von 96 aufgestockt, auch das ein Zeichen der Solidarität.

Saisonfortsetzung elementar wichtig
Dass die Rückrunde in der 2. Liga wie auf der DFL-Mitgliederversammlung beschlossen zu Ende gespielt wird, ist wegen der TV-Gelder - nicht nur für Hannover 96 - von wirtschaftlich herausragender Bedeutung. Da diese Spiele ohne Zuschauer stattfinden werden, kommt es trotzdem zu weiteren Einnahmeverlusten.

Hannover 96 steht in den kommenden Wochen und Monaten vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Diese wollen und werden wir mit Vernunft, Realismus, Zuversicht und gemeinsam mit Spielern, Mitarbeitern, Sponsoren, Partnern und Fans meistern.
hr