Fans

Gruß aus dem Süden: 96-Fan Daniel berichtet aus Italien

Er heiratete mit einer 96 unter den Schuhen und laut eigener Aussage ist die Beschäftigung mit 96 "das Erste, was ich morgens mache, wenn ich aufstehe, und das Letzte, was ich mache, bevor ich schlafen gehe." Daniel Garofalo, der uns bereits seit einigen Jahren immer mal wieder Einblick in sein Fan-Dasein gibt, lebt in Italien, wo er die Fahnen für unsere Roten hochhält - und wo wir ihn zu einem Gespräch über die aktuelle Lage erreicht haben.

Daniel Garofalo ist seit Kindertagen 96-Fan - und hat in Italien bereits einige Freunde mit seiner Begeisterung für unsere Roten angesteckt.

Wie ist die Lage bei Dir und in Italien?

Daniel Garofalo:
Bei uns in der Familie ist Gott sei Dank alles in Ordnung. Seit Montag darf man auch wieder in Kneipen gehen, wieder zum Frisör. Es kehrt ein bisschen Normalität ein. Ich persönlich kann nicht klagen. Bei uns hier im Dorf, in dem ich wohne, gab es nur 13 Fälle. Aber insgesamt war es hier in Italien sehr heftig in der letzten Zeit. Auch fast zwei Monate mit zwei Kindern zu Hause zu sein auf 80 Quadratmetern ohne Garten - das war schon ganz schön anstregend, muss ich sagen. Aber Hauptsache, wir sind gesund. Es gibt andere Leute, die können ganz andere, schlimme Dinge erzählen. 

Hattest Du in den letzten Wochen und Monaten auch Zeit und Gelegenheit, die Entwicklung rund um unsere Roten zu verfolgen?

Garofalo:
Zeit hatte ich mehr als genug (lacht). Die Zeit für 96 nehme ich mir aber eigentlich auch immer. Es ist das Erste, was ich morgens mache, wenn ich aufstehe, und das Letzte, was ich mache, bevor ich schlafen gehe. Die Zeit für die Roten fehlt mir eigentlich nie. Ich habe eine SMS von einem Kumpel von mir bekommen: "Endlich seid Ihr die Ersten!" Die Ersten, die einen Coronavirus-Infekt in der Mannschaft hatten - na bravo! 96 war auf allen Zeitungen. Seit 96 in der 2. Liga spielt, ist es leider sonst natürlich so, dass hier nicht mehr so viel über 96 gesprochen wird. Über die 1. Liga wird hier in Italien schon viel berichtet, auch bei Sky und so, aber über die 2. Liga redet hier keiner.

Die Zeit für die Roten fehlt mir eigentlich nie.
Daniel Garofalo

Wie groß ist die Vorfreude, unsere Mannschaft in Osnabrück mal wieder spielen zu sehen - auch wenn die Atmosphäre ohne Fans im Stadion eine ganz andere sein wird?

Garofalo:
Ich werde das Spiel natürlich vor dem Fernseher verfolgen. Gestern sollte eigentlich der Techniker kommen, weil mein Sky nicht funktioniert - aber ich werde es garantiert schauen. Natürlich kommen die Spiele ohne Zuschauer anders rüber. Aber Hauptsache jetzt, sie spielen wieder. Denn ich muss sagen: Es war langweilig genug ohne 96. 

Sitzt Du dann mit dem 96-Trikot auf der Couch?

Garofalo:
Obwohl ich ganz viele Trikots habe, trage ich die nicht so oft. Meistens habe ich meinen Schal um. Aber mein Sohn zieht immer sein kleines 96-Trikot an.

In Italien gab es Anfang März auch schon Spiele ohne Zuschauer. Wie hast Du das wahrgenommen?

Garofalo:
Fußball, das sind ja auch die Fans. Ein Fußballspiel ohne Fans ist nicht dasselbe. Als ich klein war, war ich in Hannover auf der Osttribüne und ich habe zu meinem Vater gesagt: "Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal in der Kurve stehen." Die Atmosphäre macht schon viel aus bei einem Fußballspiel. Sonst ist es nicht das Gleiche. Aber da müssen wir jetzt durch. Es ist besser als nichts. 

Die 1. und 2. Liga hier sind ja am Wochenende bereits gestartet. In Italien gibt es Pläne, im Juni wieder einzusteigen. Kann das deutsche Konzept da Vorbild sein?

Garofalo: In Deutschland machen sie es schon vernünftig. Das Konzept ist eigenlich schon gut durchdacht. Aber natürlich muss man abwarten, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass alles gut läuft. Hier in Italien war die Situation richtig heftig und ich bin auch gespannt, wie sich die Leute jetzt nach den Lockerungen benehmen. Italiener sind zwar super, ich liebe meine Landsleute, aber für Disziplin stehen wir normalerweise nicht. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht und ob wir dann auch hier wieder Fußball sehen.

Dass es auch sportlich noch um etwas geht, tritt aktuell häufig in den Hintergrund. Also: Was erhoffst Du Dir von unserer Mannschaft auf dem Platz in den verbleibenden neun Spielen?

Garofalo:
Ich finde den Trainer gut. Man hat seine Handschrift schon erkannt, und es wäre schön zu sehen, wenn sich das in den letzten neun Spielen so fortsetzt - dass sie gut spielen und eine Mannschaft auf dem Platz ist. Ich denke, dass es eine Art Vorbereitung für die nächste Saison wird, denn das einzige Ziel jetzt ist es ja nur noch, nicht abzusteigen. Mehr kann man sich nicht erhoffen. Ich finde, wir sind insgesamt auf einem richtig guten Weg.
hec/jb

Daniel lebt mit seiner Familie in der Stadt Trient, der Provinzhauptstadt des Trentino in Norditalien.
Auch sein kleiner Sohn ist bereits 96-Mitglied.