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Präventionspreis Sport übergeben: Hannover 96 erhält Auszeichnung für Nachhaltigkeits-Projekte

Die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA hat sich schon 2020 einen Meistertitel gesichert, welcher damals aber pandemiebedingt nicht offiziell verliehen werden konnte. Nun wurde die Preisübergabe nachgeholt: Unter der Leitung von Dominik Suslik gewann 96 den Präventionspreis Sport der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VGB) in der Kategorie Nachhaltigkeit. Die Projekte "Prevention Management Tool" und "Neurologischer Präventions-Algorithmus" überzeugten auf ganzer Linie und wurden zum Sieger gekürt. Am vergangenen Mittwochabend folgte endlich die Preisübergabe.

Dominik Suslik hält den Präventionspreis Sport für Nachhaltigkeit in den Händen.

Gold für 96
Schon im Jahr 2020 hat die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA den Präventionspreis Sport in der Kategorie Nachhaltigkeit gewonnen. Der Wettbewerb der VGB findet alle zwei Jahre statt und wird unabhängig von Sportarten durchgeführt. Unter der Federführung von Dominik Suslik, Leiter für Gesundheits-, Leistungs- und Trainingsmanagement an der Akademie, setzte sich Hannover 96 mit dem Projekt "Prevention Management Tool (PMT) und Neurologischer Präventions-Algorithmus" gegen über 100 Konkurenten aus dem Spitzenbereich des deutschen Mannschaftssports durch. "Ziel war und ist es, Hannover und 96 zum Innovationstreiber und Vorreiter im Bereich Gesundheitsprävention und -management im Teamsport-Deutschland zu entwickeln und zu etablieren", sagt Suslik und freut sich über die Auszeichnung. Die Preisverleihung 2020 war coronabedingt ausgefallen und wurde nun im Rahmen der Preisverleihung 2022 nachgeholt. Zu den diesjährigen Preisträgern zählen u.a. der SC Freiburg und der Hallesche FC in Zusammenarbeit mit der Sportklinik und der Uniklinik Halle.

Deutscher Standard
Auf Basis der 2014 intern entwickelten Software "Athletics Connect" für interdisziplinäres Trainings- und Gesundheitsmanagement, die 2016 bei dem gleichen Wettbewerb der VGB mit dem zweiten Platz prämiert wurde, entstand das PMT. Mit dem "Prevention Management Tool" erfolgt ein digitales Monitoring zur Verbesserung der Belastungs- und Banspruchungssteuerung. Dieses stellt ein nachhaltiges Frühwarnsystem in der Trainings- und Gesundheitssteuerung dar, mit dem erfolgreich Verletzungsprävention betrieben wird. Die Software ist der deutsche Standard in der Belastungs- und Beanspruchungssteuerung sowie Verletzungsprävention im nationalen Teamsport. Dazu zählen im Kern die Sportarten Fußball, Handball, Basketball und Eishockey. "Ziel ist es, jeden Spieler dort abzuholen, wo er heute steht. Durch kontinuierliches Monitoring und automatisierte Analysen wird die optimale Balance aus Belastung und Erholung messbar gemacht", sagt Suslik. Bei der Softwareentwicklung handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem 96-Softwareentwicklungspartner "Zinker & Brandes", mit denen Suslik in Form der Software "Fußballschule Connect" auch den deutschen Markenstandard zum Management von Fußballschulen geschaffen haben. Zu den Kunden zählen unter anderem Borussia Dortmund, die TSG Hoffenheim oder der FC Union Berlin.

Kostenloses Tool
Jeder Klub in Deutschland, der seine Spieler fürs Sporttreiben bezahlt, kann das Tool kostenlos nutzen, indem er sich über seine VGB-Kundennummer online registriert. Suslik und Hannover 96 setzen neue Maßstäbe für nachhaltigen, sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg auf Grundlage von Gesundheitsprävention.

Risikominimierung bei Non-Kontaktverletzungen
Neben dem PMT hat Suslik den "Neurologischen Präventions-Algorithmus" entwickelt. Dieser ist eine Lösung zur Reduktion des Risikos für sogenannte Non-Kontaktverletzungen auf der Basis der Funktionen unseres Gehirns und Nervensystems. Getreu dem Motto "Survival of the Fittest" geht es um die Schärfung der Wahrnehmung des eigenen Körpers und eine Reduktion von Schutzreflexen durch zum Beispiel Narben oder fehlende Gelenkkontrolle. 90 Prozent unserer Bewegungen laufen über reflexive Stabilität und nur 10 Prozent sind willentlich gesteuert. Dies sei ein Umdenken in der Arbeit mit dem menschlichen Körper, sagt Suslik. Zum Neurotraining zählen die Bereiche Sensorik, Sehen, Hören und Gleichgewicht, Koordination sowie Körperhaltung und Tonusregulation.

Gesamtkonzept mit Überzeugung
Die verschiedenen Präventions-Projekte lassen sich zu einem Gesamtkonzept zusammenfügen, sodass alle wichtigen Aspekte erfasst sind: Screening, Diagnostik, Athletiktraining, Neurologie, Monitoring, Analysen, Regenerationsstrategien und mit dem Gesundheitsmanagement auch die zentrale Organisation. Neben der preisträchtigen Arbeit von Suslik und der Freude "mit der deutschen Meisterschaft im Bereich Gesundheitsprävention einen Teil zur Strahlkraft der Stadt und des Vereins beizutragen", knüpft der ehemalige Leistungssportler seine Lösungen an bestimmte Voraussetzungen: "Bei der Entwicklung unserer Lösungen ist es uns stets wichtig, jede gesammelte Information über Entscheidungshierarchien und -algorithmen an einen Mehrwert zu koppeln. Im Fokus steht die Überzeugung: Je gesünder die Mitarbeiter, desto erfolgreicher das Unternehmen."

Dominik Suslik (Mitte) bei der Preisverleihung