Testspiele als wichtiger Entwicklungsbaustein
Auf die Frage nach einer möglichen Einsatzchance im Pflichtspielbetrieb reagierte der Coach bewusst zurückhaltend. "Ich möchte zu Mwisho keine Prognose wagen", sagte der Cheftrainer. Dem 18-Jährigen seinen ganz natürlich Entwicklungsprozess zugestehen, überwiegt einem konkreten Datum im Kalender.
Der bisherige gewählte Weg sei richtig: "Wir haben uns länger Gedanken darüber gemacht, was für ihn der richtige Weg ist. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Trainingseinheiten mit uns, mit hoher Intensität, und immer wiederkehrende Testspiele ein guter Weg für ihn sind."
Besonders die Testspiele, wie am vergangenen Wochenende gegen die Kickers Emden, dienen für den Malawier als Gradmesser. Dort hatte Mhango über 90 Minuten die Möglichkeit, sich in Wettkampfsituationen zu beweisen – und tat genau das. Titz betonte, dass diese Spiele notwendig seien, weil es "für ihn wichtig ist, in die Spielhärte und Widerstandsfähigkeit reinzukommen".
Ein junger Spieler – und eine große Umstellung
Mit Ball ist Mhango bereits sehr auffällig und sammelt, "schon viele gute Aktionen". Die größeren Lernfelder liegen momentan jedoch "in der Arbeit gegen den Ball", einem entscheidenden Bereich für offensiv orientierte Mittelfeldspieler im Pressingsystem des Fußballlehrers.
Mhango kam im Herbst nach Hannover und lebt seitdem im Internat der 96‑Akademie. Neben dem täglichen Training blieb Zeit, Stadt und Stadion kennenzulernen und sich an das neue Umfeld zu gewöhnen – weit weg von Malawi, wo er als jüngstes von sechs Kindern aufwuchs.
Die kulturelle und sportliche Umstellung wurde ihm durch seine Teamkollegen erleichtert: Besonders Mustapha Bundu und Ime Okon nahmen ihn früh an die Hand, weil sie seine Situation aus eigener Erfahrung gut einschätzen können. Okon wechselte knapp drei Monate vor Mhango aus Südafrika an den Maschsee und konnte seine Erfahrungswerte mit dem jungen Mittelfeldspieler teilen. Bundu stammt aus Sierra Leone und fand seinen Weg zu den Niedersachen wenige Tage vor Okon, spielt allerdings schon seit einigen Jahren in Europa.
Ein klarer Zwischenstand
"Er ist schon einen deutlichen Schritt weiter als zu Beginn seiner Zeit bei uns", fasst der Cheftrainer Mhangos bisherigen Weg zusammen. Als Nicht‑EU‑Spieler ist der 18‑Jährige in der Regionalliga Nord nicht für die U23 spielberechtigt, wodurch sein Entwicklungspfad auch weiterhin komplett über das Training mit den Profis und ausgewählte Testspiele führt.
Für Mhango selbst ist das Teil eines Weges, den er lange vorbereitet hat. "Ich habe immer davon geträumt, nach Europa zu kommen, um Fußball zu spielen", sagte er bei seiner Ankunft im September – und fügte an, dass er noch am Anfang steht und sein Weg im Profifußball jetzt erst beginne. Wann dieser Weg ihn zu seinem Pflichtspieldebüt führt, wird der weitere Entwicklungsprozess zeigen.
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