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Warum sich Jörg Schmadtke "nicht verrückt machen lassen" will

Überzeugende und dominante Auftritte und vor allem: vier Siege in Serie. Auch 96-Geschäftsführer Jörg Schmadtke nimmt die jüngste Entwicklung positiv wahr, merkt aber im gleichen Zuge an, welche nächsten Schritte ihm wichtig sind und welche Entwicklungspotenziale er für das Team sieht.

/ Profis
Jörg Schmadtke in der Heinz von Heiden Arena.
Jörg Schmadtke ist in seiner zweiten Amtszeit bei Hannover 96. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Zweite Amtszeit
Jörg Schmadtke kennt sich aus – nicht nur in seinem Job, sondern auch in Hannover. Nach seiner ersten Amtszeit als Sportdirektor und später Geschäftsführer Sport, ist der gebürtige Düsseldorfer nun seit anderthalb Monaten zurück an alter Wirkungsstätte. Für einen Einstieg mitten in der Saison, habe es geholfen, "die Strukturen und den einen oder anderen Protagonisten" bereits zu kennen. Neben dem bereits bekannten Umfeld hilft ihm vor allem die Erfahrung im Fußball.  Aufgrund der Tatsache, dass er "schon relativ lange im Geschäft" ist und "gewisse Erfahrungen gemacht habe", brauchte er keine lange Eingewöhnungszeit. Schmadtke war vor seiner Rückkehr jeweils über vier Jahre für den 1. FC Köln und den VfL Wolfsburg und zuletzt für zwei Transferfenster beim FC Liverpool in der Premier League tätig.

Die erste Pflichtspielerfahrung, die Schmadtke nach seiner Rückkehr an den Maschsee machen musste, war ein Dämpfer. Der Rückrundenauftakt ging nach Führung gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren. Aber: "Vielleicht werden wir im Nachhinein sehen, dass so eine Niederlage, vor allem in der Weise, wie sie zustande gekommen und dann auch in Nachgang besprochen worden ist, sogar ein Stück weit geholfen hat", blickt der 96-Geschäftsführer inzwischen aus einem anderen Winkel auf das 1:3 auf dem Betzenberg.

Stetige Entwicklung erkennbar
Denn es folgten vier Siege gegen Düsseldorf, Magdeburg, Kiel und Berlin, in denen der 61-Jährige eine deutliche Entwicklung im Auftreten der Mannschaft wahrnimmt: "Ich finde, dass wir uns insgesamt von Spiel zu Spiel gesteigert haben, was sich auch widerspiegelt in der Art und Weise, wie wir die Spiele angehen, teilweise dominieren und dann auch zu Ende gespielt bekommen." Gerade letzteres war nicht nur in Kaiserslautern, sondern auch im Laufe der Hinrunde mehrfach das Manko im 96-Spiel gewesen. "Aber", betont Schmadtke gleichsam, "letztendlich muss man zum aktuellen Zeitpunkt trotzdem festhalten: Wir haben im Prinzip den gleichen Start wie in der Hinrunde auch – mit einer etwas anderen Reihenfolge der Siege und der Niederlage."

Nach fünf absolvierten Rückrundenpartien sammelte das Team von Cheftrainer Christian Titz genauso viele Punkte, wie in der Hinrunde. Zwölf Zähler nach fünf Partien sind der Ligabestwert – so war es auch im September. Danach wurden allerdings zu häufig Punkte aus der Hand gegeben. Für die nun folgenden Begegnungen wünscht sich der Geschäftsführer nun, "dass wir das, was jetzt kommt, besser machen als in der Hinrunde". Konkret bedeutet das, "einen besseren Schnitt, mit mehr Siegen und dann am Ende auch mit mehr Punkten als in der Hinserie", einzufahren.

"Von allein läuft gar nichts"
Was dabei nun – gerade vor dem Hintergrund der Siegesserie – zählt? "Ich glaube, wir sollten uns nicht verrückt machen lassen von Menschen außerhalb des Klubs, die erzählen: 'Ihr seid in dieser Liga die Besten, ihr marschiert jetzt durch und das läuft schon so von allein'." Schmadtke, der selbst einst mit Fortuna Düsseldorf Meister der 2. Bundesliga wurde (1988/89), stellt klar: "Von allein läuft gar nichts", und Erfolg ließe sich schon gar nicht herbeireden.

Folgerichtig bleibt dem Team rund um Kapitän Enzo Leopold & Co. nur eins: Weiter hart arbeiten, um das bestmögliche Leistungsvermögen in den verbleibenden zwölf Partien abzurufen. Ein Faktor im positiven Sinne könne dabei sein, dass die Mannschaft weiterhin kontinuierlich Entwicklungsschritte gehen könne: "Ich glaube, dass wir unser Potenzial noch lange nicht ausgereizt haben", sagt Schmadtke. Sowohl für einzelne Spieler als auch die Mannschaft als Einheit, sieht der ehemalige Bundesliga-Torwart, der 266 Partien in der höchsten, deutschen Spielklasse absolvierte, weiter Möglichkeiten der Entwicklung.

Nächster Gegner: Dresden
Allem voran: Die Spiele aus einer Führung heraus noch souveräner nach Hause bringen – oder wie Schmadtke es formuliert: "Wenn man den Gegner schon am Boden hat, ist es wichtig, dass man ihn auch nicht mehr aufstehen lässt." Die erste Gelegenheit dies umzusetzen und die Serie weiter auszubauen, haben die Roten am kommenden Sonntag (Anstoß 13.30 Uhr), wenn die SG Dynamo Dresden in der Heinz von Heiden Arena zu Gast ist (zu den Tickets).
lk/hec

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