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300.000 Euro - "Trinkbecher für Trinkwasser" vor Meilenstein

Die von 96-Fans durchgeführte Aktion "Trinkbecher für Trinkwasser" wird am Wochenende beim Spiel gegen den FC Augsburg sehr wahrscheinlich einen Meilenstein erreichen: Die Gesamtspendensumme übersteigt dann die magische Marke von 300.000 Euro. Spätestens jetzt wird klar: Es ist ein absolutes Erfolgsprojekt - auch wenn es lange Zeit etwas unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung lief.

55.000 Menschen profitieren
"Das ist eine unfassbare Zahl, von der wir nie gedacht hätten, dass wir sie erreichen können", erklärt Anja Kutzke, die das Trinkbecher-Team federführend organisiert mit Blick auf das bevorstehende Knacken der 300.000-Euro-Marke. "Wir stehen bei rund 297.500. 2.500 Becher brauchen wir gegen Augsburg - dann haben wir ein großes Ziel erreicht." Seit nunmehr fast neun Jahren sammeln Anja und ihr rund 25-köpfiges Team bei den 96-Heimspielen Trinkbecher ein - die Zuschauer können über das Projekt also ganz einfach spenden. Pro Becher einen Euro. Das Geld dient einem guten Zweck:

Über den Partner der Aktion, den Global Nature Fund, werden die Spenden in die Errichtung von Trinkwasser-Anlagen in mehreren afrikanischen Ländern investiert. Mehr als 55.000 Menschen profitieren davon. Der Bedarf ist groß, denn bei weitem nicht jeder Mensch dort hat einfachen Zugang zu sauberem Wasser.

Getragen und organisiert von Fans
Anja ist eine von drei Sammlerinnen und Sammlern aus der ersten Stunde. Insgesamt sind heute noch sieben Fans dabei, die schon in der Anfangszeit engagiert waren. Und das ist auch das Besondere an "Trinkbecher für Trinkwasser": Es ist eine Aktion, die Hannover 96 zwar unterstützt – etwa durch das Ausstellen von Saison-Akkreditierungen –, aber organisiert und getragen wird sie ausschließlich durch engagierte Fans.  Als das Projekt zu Beginn der Saison 2009/10 ins Leben gerufen wurde, kam der Stein des Anstoßes übrigens durch den damaligen Hauptsponsor TUI. Der Reiseveranstalter trat mit der Idee über Hannover 96 an den damaligen Fandachverband "Rote Kurve" heran, um freiwillige Helfer zu suchen.

Nach dem Ende der TUI-Partnerschaft machte das Trinkbecher-Team auf eigene Faust weiter. Alles, was vorher ein Manager von der TUI organisiert hat, machen die Fans inzwischen allein.

"Ganz, ganz viel soziales Engagement bei den 96-Fans"
Das Miteinander in der Sammelcrew ist fantastisch – anders wäre es wohl kaum möglich gewesen, besagte "unfassbare Zahl" zu erreichen. "Ein Einzelner kann zwar alles ein bisschen koordinieren", erklärt Anja. "Aber das alles wäre nicht möglich ohne das tolle Team, das dahintersteht." Die Gruppe ist unermüdlich im Einsatz - bei jedem Spiel und dementsprechend auch bei jeder Witterung. "Wir haben auch bei strömendem Regen und  bei Minusgraden im Stadion gestanden und in manchen Momenten hat man vielleicht auch keine Lust, weiterzumachen", berichtet sie. "Aber jeden Spieltag wieder ein neues tolles Ergebnis zu haben, ist immer eine große Motivation. Da ist ganz, ganz viel soziales Engagement bei den 96-Fans." Und übrigens nicht nur bei denen: "Auch im Gästebereich wird gespendet." Sammlerinnen und Sammler sind auf der Nord-, West- und Südtribüne unterwegs.

Trinkbecher-Projekt "boomt"
Lange Zeit lief "Trinkbecher für Trinkwasser" etwas unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung, inzwischen ist es unter regelmäßigen Stadiongängern eine kleine Institution. "Unser Stadionsprecher Stefan Kuna weißt bei jedem Spiel auf das Projekt hin, sodass neue Stadionbesucher immer wieder davon erfahren, was wir machen. Und sicherlich hat uns auch die Beschilderung geholfen, die im Stadion aufgestellt ist", erklärt Anja. Vor allem in den letzten beiden Jahren "boomt" das Projekt. Ausgerechnet im Zweitligajahr wurde eine Rekord-Spendensumme von exakt 45.588 Euro gesammelt. Auch in dieser Saison wurde wieder viel gespendet. 

Aktuell ist der Becherstand bei rund 33.000 - bei noch fünf verbleibenden Heimspielen könnte es auch in dieser Saison einen neuen Rekord geben. "Dass es so weitergeht und die Spendenbereitschaft ungebrochen bleibt", wünschen sich Anja und ihr Team. "Denn getreu unserem Motto 'Jeder Becher hilft' kann jeder Einzelne dazu beitragen, Menschen in Afrika einen Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen."

PS: Das Projekt "Trinkbecher für Trinkwasser" hat jetzt auch eine eigene Facebook-Seite, auf der alle Interessierten immer auf dem neuen (Spenden-)Stand gehalten werden.
hec