Profis

"Wenn wir so weitermachen, werden wir uns auch belohnen"

Mit zwei Trainingseinheiten morgen (öffentlich ist das Training um 15.30 Uhr) starten die 96-Profis in die Vorbereitung auf das Spiel in Nürnberg, das den Auftakt für ein knackiges Bundesligaprogramm mit drei Spielen in neun Tagen bildet.

"Ein Top-Auswärtsspiel von uns"
Auch wenn es am Ende im dritten Saisonspiel nicht zum dritten - verdienten - Unentschieden reichte, überwog im Fazit von 96-Trainer André Breitenreiter deutlich das Positive nach der 2:3-Niederlage bei RB Leipzig. "Auch wenn wir nach der ersten Niederlage natürlich enttäuscht sind: Das war, bis auf wenige Momente, ein Top-Auswärtsspiel von uns", sagt Breitenreiter. Zwei Punkte hat Hannover 96 auf dem Konto nach einem Auftaktprogramm, das es in sich hatte und nicht nur der 96-Trainer "kompliziert" findet. Mit Werder Bremen (1:1), Borussia Dortmund (0:0) und eben Leipzig musste 96 zum Anfang gegen zwei aktuelle Europacupteilnehmer ran, deren Ziel für die kommende Saison die Champions League ist.

Wer den Ball fordert, darf auch Fehler machen
Dazu mit dem SV Werder gegen einen Verein, der 2018/19 ebenfalls internationale Ambitionen hegt. "Die Leistung von uns war in allen Spielen gut", findet Breitenreiter - "und wir wissen schon, gegen wen wir gespielt haben." Deshalb lasse man sich auch nicht unter Druck setzen, nur weil noch kein Sieg auf der Habenseite steht. "Andere Mannschaften hätten gern zwei Punkte…"

Die Partie in Leipzig unterstrich eindrucksvoll, wie schwer die 96-Mannschaft auch für Spitzenteams zu besiegen ist und wie stark sie besonders in Ballbesitz auftritt. "Da finden wir immer neue Lösungen, egal, wie der Gegner umstellt", erklärt Breitenreiter. Neben den zwei Treffern von Niclas Füllkrug und Miiko Albornoz erspielte sich die Mannschaft "vier Riesenmöglichkeiten". In diesen Szenen fehlte leider das Glück, dazu kamen "Kleinigkeiten", die RB mit seiner großen Qualität bestrafte. "In der ersten Halbzeit haben wir uns nicht an die Vorgaben gehalten und zu viel durch das Zentrum gespielt", sagt Breitenreiter. Der Trainer sprach das in der Pause an und ordnete alles auch hinterher ruhig und sachlich ein. Wer mutig sei, wer den Ball fordere, der dürfe auch Fehler machen. Diese Überzeugung vermittelt Breitenreiter seinen Profis und lag damit schon in der Vergangenheit goldrichtig.

Mit Moral und Überzeugung
Am Samstag spielt 96 beim 1. FC Nürnberg, drei Tage später kommt 1899 Hoffenheim in die HDI Arena, am 30. September geht es zu Eintracht Frankfurt. "Wenn wir so weitermachen, mit dieser Moral, mit dieser Überzeugung, unser Spiel durchzudrücken und Torchancen zu kreieren, gleichzeitig aber defensiv kompakt stehen, dann werden wir uns auch belohnen, das steht außer Frage", betont Breitenreiter. Natürlich wünschen sich alle bei Hannover 96 den ersten Sieg und damit die Belohnung für Leistungen, für die die Mannschaft auch in Leipzig - zum Beispiel von RB-Trainer Ralf Rangnick - viel Lob bekam. Doch das ändert nichts daran, dass 96 wie in der vergangenen Saison immer alles abrufen, immer 100 Prozent geben muss. "Wer nur im Ansatz daran denkt, dass man in Nürnberg locker gewinnt…". Der 96-Trainer musste diesen Satz, den er nach dem Spiel in Leipzig mit Blick auf das Auswärtsspiel beim Neuling am Samstag formulierte, gar nicht zu Ende ausführen.

Unsere Roten sind bislang konzentriert und auf jede Aufgabe fokussiert aufgetreten, das wird auch für die Begegnung beim "Club" aus Nürnberg gelten, der am vergangenen Spieltag mit dem 1:1 bei Werder Bremen eine Duftmarke setzte.
hr