Profis, Kids

"Profis in der Schule": Franke und Prib zu Gast in Laatzen

So macht Unterricht Spaß: Die 96-Profis Marcel Franke und Edgar Prib haben den Schülerinnen und Schülern des Erich-Kästner-Gymnasiums in Laatzen einen unvergesslichen Tag bereitet.

Zu Gast am Erich-Kästner-Gymnasium: die 96-Profis Marcel Franke (oben, links) und Edgar Prib (oben, Dritter von rechts).

"Knallharte" Fragen
Es gibt Fragen, die können nur Kinder stellen. So direkt. Und doch so ganz ohne böse Absichten. Fragen wie die von Sophia aus der Klasse 5e: "Wenn ihr es im Spiel für eure Mannschaft total verkackt habt, macht ihr euch dann Vorwürfe?" Da sind selbst Medienprofis wie Edgar Prib und Marcel Franke für einen kurzen Moment sprachlos.

Autogrammjagd statt Vokabeltest
Prib und Franke, die beiden 96-Fußballer, sind an diesem Tag zu Gast am Erich-Kästner-Gymnasium in Laatzen, beim Projekttag "Profis in der Schule". Für 340 Schülerinnen und Schüler aus den fünften und sechsten Klassen heißt es an diesem Tag: Stars hautnah statt Matheunterricht, Autogrammjagd statt Vokabeltest. Gemeinsam mit den 96ern Prib und Franke sind auch die Handballer Fabian Böhm und Timo Kastening vom Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, die Basketballerinnen Tessa Stamberger und Karolin-Ivonn Tzokov vom TK Hannover sowie Bundesliga-Schiedsrichter Harm Osmers nach Laatzen gekommen, um über ihren Alltag zu sprechen, den Weg in den Profisport aufzuzeigen – und, natürlich, um viele Fragen zu beantworten.

Lieblingsessen: Döner und Pizza
Rund 500 Fragen hat die Schule in den Tagen vor dem Event gesammelt. Aus allen Kategorien. Es geht ums Lieblingsessen (Franke: "Döner!"/Prib: "Eine schöne große Pizza"), um Hobbys und um die Frage, wie viel Zeit einem Profisportler eigentlich noch für die Familie bleibt. "Meine Familie lebt in Fürth, und leider sehe ich sie nur acht- oder neunmal im Jahr, weil ich in der Saison kaum Zeit dafür finde, sie zu besuchen", sagt beispielsweise Prib. Bei Franke, dessen Familie in Dresden lebt, sieht es ähnlich aus. "Immerhin telefoniere ich nach jedem Spiel mit meinem Papa und spreche mit ihm darüber, was gut und was schlecht gewesen ist", sagt der Abwehrspieler. Rund eine Stunde lang stehen Prib, Franke und Co. dem jungen Publikum Rede und Antwort, dann folgt die Autogrammstunde, die auch so manche Lehrkraft für ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit den beiden Roten nutzt.

Profis gegen Schüler
Was aber wäre ein Besuch der Profisportler ohne Sport? Richtig: unvollständig. Also geht es für die Fußballer, Handballer und Basketballerinnen zum Abschluss auf den Streetcourt. Im Sechs gegen Sechs treffen Franke, Prib, Böhm, Kastening, Stamberger und Tzokov in drei Fußballpartien auf Schulteams des Erich-Kästner-Gymnasiums – und beweisen, dass sie auch in ungewohnter Formation erfolgreich sein können. Während es für die Profis nach dem Schlusspfiff nach Hause geht, haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, auf dem "Marktplatz der Bewegung" an verschiedenen Ständen Sportarten wie Rugby, Tennis, Kickboxen oder Turnen auszuprobieren – oder beim Quiz Fußballbegriffe auf Französisch den passenden Bildern zuzuordnen.

"Unvergesslicher Tag"
Und weil den Kindern und Jugendlichen die Freude an diesem Tag förmlich ins Gesicht geschrieben steht, ist auch Lehrer und Projektleiter Tim Hoffmann vom Erich-Kästner-Gymnasium zufrieden. Er hatte die Bewerbung der Schule beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) eingereicht. "Wir wollen mit dieser Aktion etwas für die Region Laatzen tun", sagt Hoffmann, "wir wollen die Schülerinnen und Schüler für Sport begeistern, wollen, dass sie eventuell in einen Verein gehen. Und wir wollen vor allem den Kindern, die aus weniger privilegierten Familien kommen, einen unvergesslichen Tag ermöglich."

Diplomatischer Böhm
Ach ja: Die Frage von Sophia aus der Klasse 5e hat übrigens der Handballprofi Fabian Böhm stellvertretend für die gesamte Runde beantwortet: "Natürlich ärgern wir uns im ersten Moment, wenn wir verloren haben. Aber wir machen nach dem Spiel keinem einen Vorwurf. Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren zusammen."
hop