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Karim Haggui spricht an alter Wirkungsstätte über seine 96-Verbundenheit

Zwischen den 45.000 Fans, die das Spiel gegen Hertha BSC in der Heinz von Heiden Arena verfolgten, saß auch ein bekanntes Gesicht, das solch eine Kulisse am Maschsee schon selbst im roten Trikot auf dem Platz erlebt hat: Karim Haggui war gegen die Hauptstädter im Stadion zu Gast - und schaute sich im Rahmen seines Hannover-Besuchs auch gleich die 96-Akademie an.

/ Profis
Karim Haggui schaute beim Spiel gegen Hertha BSC in der Heinz von Heiden Arena vorbei. (Foto: 96/Kaletta)

Nach langer Zeit zurück in Hannover
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eingefahrene Verhaltensweisen wird er nur schwer wieder los. Und so bedurfte es bei einer Person am Freitag beim Spiel gegen Hertha BSC eigentlich keiner Wegweiser und Erklärungen im Stadion. Schließlich nannte Karim Haggui die Heinz von Heiden Arena vier Jahre lang sein Wohnzimmer. Zwischen 2009 und 2013 schnürte er die Fußballschuhe als 96-Profi, stand in 132 Partien im roten Trikot auf dem Platz. Am vergangenen Wochenende kehrte er an seine alte Wirkungsstätte zurück. "Ich freue mich, nach langer Zeit wieder in Hannover zu sein", erklärte der heute 39-Jährige vor dem Spiel gegen die Hauptstädter beim 96TV-Vorspiel.

Karim Haggui mit seinen damaligen 96-Teamkollegen Emanuel Pogatetz und Steven Cherundolo (Foto: 96/Zwing)

Haggui blickt gerne zurück
Dort ließ er die Zeit in der niedersächsischen Landeshauptstadt Revue passieren, die er als "persönlich die beste in meiner Karriere" bezeichnet. Auch die jüngeren 96-Fans werden sich an eines seiner acht Tore, die er im 96-Dress erzielt hat, erinnern, als der ehemalige Innenverteidiger im September 2011 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund kurz vor Schluss bei einer Ecke vor der Nordkurve am höchsten stieg und zum 1:1-Ausgleich einköpfte. Der 2:1-Führungstreffer zwei Minuten später durch Didier Ya Konan brachte die ausverkaufte Arena schließlich zum Beben. Gedanken an die erfolgreiche Zeit zu Beginn der 2010er Jahre sorgen nicht nur bei den Anhängerinnen und Anhängern unserer Roten, sondern auch beim Tunesier selbst nach wie vor für Gänsehaut. "Es war eine schöne Zeit. Spiele gegen Sevilla, Madrid und in Kopenhagen, gegen Dortmund zuhause, die zwei Siege gegen den FC Bayern München, mit Spielern wie Ribery und Robben, waren echte Highlights", blickte er zurück und sprach seinen damaligen Teamkollegen ein Lob aus: "Wir hatten eine Top-Mannschaft, vor allem menschlich aber natürlich auch sportlich."

Kompliment an Zieler
Einem konnte Haggui das während seines Stadionbesuches sogar persönlich mitteilen - Ron-Robert Zieler stand damals wie heute zwischen den Pfosten des 96-Gehäuses. Mit dem heutigen 96-Kapitän verbindet unsere ehemalige Nummer 3 noch immer eine erzählenswürdige Geschichte. "Ich erinnere mich daran, wie er sein erstes Spiel in Frankfurt gemacht hat. Es war überraschend für die ganze Mannschaft, wir haben es erst in der Nacht vorm Spiel erfahren. Dann hat er eine super Leistung gebracht", verriet er. Im Januar 2011 kam Zieler zu seinem ersten 96-Pflichtspieleinsatz und ebnete mit "weißer Weste" den Weg zum 3:0-Auswärtserfolg. Am Ende der Saison stand die erstmalige Qualifikation zur Europa League für Haggui, Zieler und Co. zu Buche. Auch mehr als zwölf Jahre später zeigt sich der 82-malige tunesische Nationalspieler von den Qualitäten seines damaligen Hintermanns überzeugt. "Ron ist ein Top-Charakter mit reichlich Erfahrung, er ist Weltmeister", so Haggui.

Erfreut über die Halstenberg-Rückkehr
Ähnlich erfreulich findet er auch die Rückkehr Marcel Halstenbergs, der im 96-Nachwuchs ausgebildet wurde und nach zwei DFB-Pokalsiegen mit RB Leipzig sowie Spielen in der Champions League und bei der Europameisterschaft für die deutsche Nationalmannschaft seit Sommer wieder das schwarz-weiß-grüne Logo auf der Brust trägt. "Er ist sehr wertvoll für 96, als Hannoveraner hat er eine besondere Mentalität, Aggressivität und Einstellung", hob Haggui die Vorteile der lokalen Identifikation hervor. Besonders innerhalb der Mannschaft wirke sich so etwas positiv aus. "Er ist ein sehr erfahrener Spieler. Ich glaube, dass er in der Kabine viel hilft."

2. Bundesliga als Wochenend-Programm
Attribute, die auch auf Haggui in seiner Zeit als Fußball-Profi zutrafen. 2018 hing er dann im Alter von 34 Jahren die Schuhe an den Nagel, doch den Rücken kehrte er dem Sport nicht. "Ich habe vor kurzem meine Trainer-B-Lizenz erworben. Dazu bin ich beim arabischen Fernsehen etwa während der Weltmeisterschaft und dem Africa-Cup als TV-Experte tätig", erklärte der einstige Defensivakteur. Der Fernseher läuft bei ihm am Wochenende viel zuhause in Tunesien, wohin er mit seiner Familie nach der Karriere zurückkehrte. Das Programm auf dem Bildschirm: Bundesliga und 2. Bundesliga. "Ich verfolge die 96-Mannschaft natürlich", erzählte Haggui stolz und sprach ihr ein Kompliment aus: "Das Team spielt super Fußball diese Saison, das freut mich."

Achim Sarstedt stellte Karim Haggui die 96-Akademie vor. (Foto: 96/Redaktion)

Begeisterung über die 96-Akademie
Vor seiner Rückkehr nach Nordafrika schaute Haggui Anfang der Woche noch auf dem Gelände der 96-Akademie vorbei und ließ sich von Achim Sarstedt, der für die Sportliche Leitung in der Eilenriede verantwortlich ist, das Internat, das Stadion, die Trainingsplätze und die Funktionsräume zeigen. Vom Nachwuchs-Komplex, der 2016 neu eröffnet wurde, ist Haggui beeindruckt. "Ich war begeistert von der guten Organisation, sei es in Bezug auf die Infrastruktur, die Verwaltung und das Training.

Hannover 96 hat hier vieles richtig gemacht", so der seinerzeit bei Etoile Sportive du Sahel ausgebildete Ex-Profi. In den nächsten Jahren werde sich der eingeschlagene 96-Weg weiter auszahlen, da sei er sich sicher. "Es ist ein enormes Kapital, das in den kommenden Jahren Früchte tragen wird."
nik

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