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Nicolai Müller: "Visier runter - und los geht's!"

96-Stürmer Nicolai Müller spricht vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt über das Wiedersehen mit den alten Kollegen, die sportliche Lage der Roten - und die richtige Mentalität im Abstiegskampf.

So wollen wir ihn sehen: Nicolai Müller (rechts) beim Abklatschen nach dem zweiten Tor gegen Nürnberg.

Besonderes Spiel für Müller
Es ist eine besondere Partie für Nicolai Müller. Seit Anfang Januar ist der Angreifer von Eintracht Frankfurt an Hannover 96 ausgeliehen - nun kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Klubs in der Fußball-Bundesliga (Sonntag, 15.30 Uhr, HDI Arena; Tickets hier). In einer kleinen Medienrunde am Mittwoch hat der 31-Jährige aber nicht nur über das Spiel am Wochenende gesprochen. Wir haben die wichtigsten Aussagen von Nicolai Müller zusammengefasst.

Nicolai Müller über ...

... das Wiedersehen mit Eintracht Frankfurt: "Ich freue mich darauf, die ganzen Jungs zu sehen. Wenn man auf einen Klub trifft, bei dem man noch angestellt ist, dann ist das natürlich etwas Besonderes. Aber ich bin jetzt in Hannover, das zählt."

... das Europa-League-Spiel der Eintracht am Donnerstag und mögliche Auswirkungen auf die Partie in Hannover: "Wer die Mannschaft in der Hinrunde gesehen hat, da war ich ja noch Spieler in Frankfurt, hat gesehen, dass es dem Team nichts ausmacht, donnerstags und sonntags zu spielen. Die Eintracht hat so viel Qualität im Kader, dass sie das auffangen kann. Das Europa-League-Spiel wird also keinen Einfluss auf unser Spiel haben. Ich wünsche mir, dass die Eintracht eine Runde weiterkommt - und dann ist am Sonntag ein neues Spiel."

... die starke Offensive der Eintracht und wie sie gestoppt werden kann: "Frankfurt besitzt eine brutale Qualität im Angriff, das weiß die ganze Liga. Aber natürlich kann man auch diese Offensive stoppen und dafür sorgen, dass sie nicht so viele Chancen bekommt. Es sollte Ansporn für uns sein, dass wir uns mit einem der besten Sturmtrios messen können. Und da ist dann nicht nur unsere Abwehr gefragt. Zum Verteidigen gehören alle zehn Feldspieler dazu. Wir müssen ein ganz anderes Gesicht zeigen als am vergangenen Samstag gegen Hoffenheim. Wir haben ein Heimspiel, und da müssen wir alles raushauen!"

... seine beiden Tore im vorherigen Heimspiel gegen Nürnberg (2:0): "Es ist immer cool, wenn Du zwei Tore machst und gewinnst. Aber noch wichtiger war der Sieg für die Mannschaft und die Fans, weil wir alle wussten, wie wichtig das Spiel ist. Aber das ist jetzt Geschichte. Für meine beiden Tore kann ich mir nichts mehr kaufen. Am besten mache ich am Wochenede einfach wieder zwei Tore. Aber die sind auch zwei Tage später wieder Geschichte."

... seine Lieblingsposition: "Ich habe gemerkt, dass es mir und der Mannschaft mehr hilft, wenn ich zentral hinter den Spitzen spiele. In den Spielen gegen Leipzig und Bremen bin ich außen ein bisschen verhungert und habe wenige Ballaktionen gehabt, weil wir uns nicht so gut durchgespielt haben - dann machst Du auch keine Wunderdinge. Du musst schon die ganze Zeit im Spiel sein. Letztlich ist mir aber egal, wo mich der Trainer aufstellt. Ich versuche immer, hundert Prozent zu geben. Und wenn dann dabei ein Tor für mich herausspringt: umso besser."

... die richtige Mentalität im Abstiegskampf: "Für uns muss es jetzt heißen: Visier runter - und los geht's! Es bleibt keine Zeit mehr, abzuwarten. Wir brauchen Erfolgserlebnisse. Und wir brauchen Punkte, egal gegen wen. Wir tun gut daran zu sagen: Wir haben nichts mehr zu verlieren. Stand jetzt stehen wir auf einem Platz, auf dem man am Saisonende absteigt. Wir müssen einfach mal den Kopf ausschalten und unser Ding machen. Das bringt einen manchmal weiter. Und wenn es dann wieder besser läuft, kann man auch wieder den Kopf einschalten."

... die Situation im Tabellenkeller: "Ich habe beim Hamburger SV gelernt, dass immer etwas drin ist. Wir haben damals mit Trainer Markus Gisdol zwei Punkte aus den ersten zehn Spielen geholt, und die Zeitungen haben geschrieben, dass es nach so einem Start noch nie eine Mannschaft geschafft hat, die Klasse zu halten. Wir haben es trotzdem geschafft. Wenn ich jetzt auf die Tabelle gucke, muss ich sagen, dass der Abstand nicht so groß ist. Es ist viel zu früh zu sagen: Danke, Nürnberg und Hannover, schön, dass Ihr dabei wart. Es sind noch genügend Spiele zu spielen. Warum sollten wir aufgeben?"
hop