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Markus Miller: "96 lässt mich einfach nicht los"

Der frühere 96-Torwart Markus Miller spricht im Interview mit hannover96.de über seinen neuen Job beim Karlsruher SC und das DFB-Pokalduell mit den Roten am kommenden Montag.

Seit Sommer zurück in Karlsruhe: Ex-96-Keeper Markus Miller.

Markus, im April hast Du in einem Beitrag unserer Serie "Was macht eigentlich ...?" erzählt, dass Du Dich mit Deiner Familie in Hannover sehr wohlfühlst und beim VfL Wolfsburg einen spannenden Job hast. Nur ein Vierteljahr später bist Du als Torwarttrainer zum Karlsruher SC gewechselt. Warum?

Markus Miller (37): Meine Familie hat sich in Hannover sehr wohlgefühlt, das stimmt. Aber ich habe damals in unserem Gespräch auch erwähnt, wie belastend diese ganze Fahrerei gewesen ist. Ich bin jeden Monat 5000 Kilometer auf der Autobahn gewesen, haben am Wochenende vier Nachwuchsmannschaften des VfL Wolfsburg betreut, dazu kam das Scouting. Da hat die Familie kaum noch stattgefunden. Deshalb war das Angebot aus Karlsruhe wie ein Sechser im Lotto für meine Familie und mich. Wir haben immer gesagt: Wenn wir irgendwann einmal unser Haus in Hannover verkaufen sollten, dann nur, um zurück in die Heimat zu gehen. Und als im Sommer das Angebot vom KSC kam, musste ich nicht lange überlegen. Es ging alles ganz schnell, innerhalb von einer Woche.

Das heißt, Du bist sofort mit der gesamten Familie nach Karlsruhe gezogen?

Miller: Ja, so ist es. Das ist natürlich ein Riesenumbruch für mich und meine Familie gewesen.Wir mussten neue Schulen für die Kinder finden. Und ein neues Haus haben wir leider auch noch nicht. Der Immobilienmarkt in Karlsruhe ist ähnlich angespannt wie der in Hannover. Wir wohnen jetzt erst mal in einer Mietwohnung, werden aber bestimmt bald etwas finden. Vielleicht bauen wir auch ein Haus, denn wir haben schon vor, noch einige Jahre in Karlsruhe zu bleiben.

Kommen wir zum Sportlichen: Du bist erst wenige Monate beim KSC - und schon kommt es am Montag (18.30 Uhr, Liveticker auf hannover96.de) im DFB-Pokal zum Wiedersehen mit dem alten Klub Hannover 96.

Miller: Wahnsinn, wie klein die Fußballwelt ist. 96 lässt mich einfach nicht los. (lacht) Ohne jetzt andere Vereine schmälern zu wollen, aber: Diese Partie ist eine, auf die ich mich besonders freue.

Der KSC ist mit zwei Siegen in die neue Zweitligasaison gestartet - und das als Aufsteiger. Was kommt da auf die 96-Mannschaft zu?

Miller: Das war definitiv ein guter Start. Wir sind eine Mannschaft, die genau weiß, welche Stärken sie hat - sie weiß aber auch, welche Schwächen es noch gibt. Diese Mannschaft agiert absolut als Team, da läuft einer für den anderen. Es wird für jede Mannschaft schwer werden, bei uns etwas zu holen. So leid es mir für Hannover tut, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die zweite Runde erreichen werden.

Gibt es alte Bekannte aus Hannover, auf die Du Dich am Montag besonders freust?

Miller: Ich freue mich auf meinen alten Doc Axel Partenheimer. Er hat sich schon bei mir gemeldet und gesagt, dass er am Montag dabei ist. Mirko Slomka hat mich damals zu 96 geholt, ihn mal wiederzusehen, wird auch eine tolle Sache werden. Und mit Edgar Prib habe ich damals noch zusammengespielt. Also, da sind schon noch einige bei 96, auf die ich mich wirklich freue.
hop